Wechsel-Zoff Klose attackiert Kritiker Frings
München - Formtief, Wechselgerüchte, angebliche private Probleme: Als sei das alles nicht belastend genug, ging Werder-Stürmer heute auf seinen DFB- und Clubkkollegen Torsten Frings los: "Wer Torsten kennt, der weiß: Wenn der Wind aus der einen Richtung weht, dann äußert er sich so, und wenn er von der anderen Richtung kommt, dann ist es genau das Gegenteil", sagte Klose der "Süddeutschen Zeitung".
Der 30-jährige Frings hatte über gesagt, er glaube nicht, dass Klose bei Werder Bremen bleiben wolle und ihm nahegelegt: "Dann soll er halt gehen." Klose: "Ich habe zu seiner ganzen Juventus-Turin-Geschichte nichts gesagt. Was er über mich sagt, kann ich nicht steuern. Und ehrlich gesagt: Es ist mir auch total egal." Obwohl Kloses Vertrag in Bremen noch bis 2008 läuft, ist ein früherer Wechsel zum FC Bayern München nicht vom Tisch. "Was letztendlich passiert, weiß niemand im Fußball", sagte der 28-Jährige.
Alle Verantwortlichen seien über seine Wünsche informiert, nun liege es ausschließlich an den beiden Clubs, ob ein Wechsel in diesem Sommer zustande komme. Die enttäuschten Reaktionen der Bremer Fans auf seine Verhandlungen mit Bayern hat Klose akzeptiert: "Das war schon sehr unangenehm, aber letzten Endes bin ich Profi und muss da durch."
"Passende Retourkutsche"
Viel schlimmer seien die Gerüchte über sein Privatleben gewesen. Klose sprach von Lügengschichten und einer Schmutzkampagne: "Ich will das auch mal betonen: Ich bin mit meiner Familie sehr, sehr glücklich." Er werde "zur gegebenen Zeit die passende Retourkutsche setzen".
Klose soll morgen im EM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) von Anfang an zum Einsatz kommen. In dem Interview sagte er, in der Bundesliga-Rückrunde habe er unter einer bakteriellen Infektion gelitten, nach jedem Spiel "hohes Fieber und Schüttelfrost" gehabt: "Letztlich ist es von alleine wieder weggegangen."
Bayern-Präsident Franz Beckenbauer setzt sich für eine zügige Einigung im Fall Klose ein. In seiner "BILD"-Kolumne schreibt er: "Ganz offensichtlich belastet ihn die unsichere Situation zwischen Bremen und Bayern. Er braucht eine Entscheidung, wie es weitergeht. Ich bin der Meinung: Beide Vereine sollten sich bald zusammensetzen und den Transfer klären."
Beckenbauer appelliert an die Hamburger Zuschauer, Miroslav Klose nicht auszupfeifen: "Denkt daran, wie viel Freude uns Miro Klose bei der WM mit seinen fünf Treffern bereitet hat. Und dass wir ohne seine rettendes Tor gegen Argentinien nicht das Halbfinale erreicht hätten."
mig/sid