Weltfußballer 2000: Primus Zidane - DER SPIEGEL
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Weltfußballer 2000 Primus Zidane

Der 28 Jahre alte Franzose Zinedine Zidane ist zum zweiten Mal nach 1998 zum Weltfußballer des Jahres gewählt worden.
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Rom - Der Europameister und Star von Juventus Turin lag bei der Wahl zum "Fifa World Player" in Rom an erster Stelle. Dies berichten übereinstimmend die spanische Tageszeitung "Marca" und "Calcio Mercato" aus Italien im Internet.

Mit 370 Stimmen verwies Zidane den Portugiesen Luis Figo (Real Madrid/329), mit 116 Millionen Mark Ablösesumme teuerster Spieler der Welt, und den brasilianischen Vorjahressieger Rivaldo vom FC Barcelona (263) auf die weiteren Plätze.

Im Sommer dieses Jahres war der in Marseille geborene Zidane der Kopf des französischen Europameister-Teams bei der Euro in den Niederlanden und Belgien. Doch danach wurde es sportlich eher still um den Supertechniker, der bei Juventus Turin nach der verpassten Meisterschaft 1999/2000 auch in der laufenden Spielzeit keine Bäume ausriss. Dafür brannten Zidane aber die Sicherungen zweimal durch. Eklatant war sein Ausraster im Champions-League-Duell gegen den Bundesligisten Hamburger SV (1:3) im heimischen Stadio Delle Alpi von Turin. In der 29. Minute ließ sich der frustrierte Franzose zu einem Kopfstoß gegen den Hamburger Abwehrspieler Jochen Kientz hinreißen. Schiedsrichter Stuart Dougal (Schottland) zückte die rote Karte für "Zizou". Die Europäische Fußball-Union (Uefa) sperrte den "Juve"-Star für fünf Spiele. Denn Zidane ist Wiederholungstäter. Bereits am 19. September im Spiel gegen Deportivo La Coruna leistete er sich eine Tätlichkeit, wurde aber nach einer Begnadigung nur ein Spiel gesperrt und feierte gegen den HSV gerade sein Comeback - es dauerte keine halbe Stunde. Gegenspieler Kientz war ihm offenbar an die Nerven gegangen. "Er hatte schon vor dem Kopfstoß entnervt reagiert", sagte der 28-Jährige, der eine Gehirnerschütterung und eine Jochbeinprellung erlitt, "er hat ständig gehalten und gestoßen."

Die Ausraster auf dem grünen Rasen stehen im Gegensatz zum sonstigen Wesen des eigentlich zurückhaltend und schüchtern auftretenden Sohnes algerischer Einwanderer. Er engagiert sich in einem Projekt der Vereinten Nationen für benachteiligte Kinder. "Junge Leute sollten Fußball nie als Job oder Geldquelle sehen", sagt er, "sondern sollten immer den Spaß in den Vordergrund stellen."