Werder Bremen: Klaus Allofs im Interview - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Werder-Geschäftsführer Allofs "Das ist eine Riesenenttäuschung"

Katerstimmung an der Weser: Werder Bremen hat gegen Augsburg bereits die vierte Saisonniederlage einstecken müssen. Geschäftsführer Klaus Allofs spricht im Interview über den schlechten Start, Zweikampfhärte und die Länderspielpause.
Werder-Geschäftsführer Allofs: "Ein Schockzustand"
Werder-Geschäftsführer Allofs: "Ein Schockzustand"

Werder-Geschäftsführer Allofs: "Ein Schockzustand"

Foto: Carmen Jaspersen/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frage: Herr Allofs, haben Sie schon Worte für die schwache Leistung in Augsburg?

Allofs: Das ist eine Riesenenttäuschung. Es stand nach nicht einmal zwei Minuten 0:1, obwohl der Gegner noch kein einziges Mal Körperkontakt mit uns hatte. Wir waren nicht bereit einzusetzen, was der Gegner bereit war zu bringen.

Frage: Welche Erklärung haben Sie dafür?

Allofs: Es gibt keine, weil das keine Überraschung war - wir wussten ja, was uns erwartet. Und das wussten auch die Spieler. Ich kann deshalb nicht verstehen, warum wir uns so überfahren lassen. Dass man den Faden verliert, kann passieren. Aber wir dürfen nicht in so eine Situation kommen wie zu Beginn des Spiels.

Frage: Sieben Spiele, sieben Punkte - wo geht die Reise für Werder jetzt hin?

Allofs: Wir können nicht nach jedem Spiel ein Fazit machen. Das war ein ganz, ganz schlechtes Spiel, und ich bin extrem enttäuscht, dass wir nicht in der Lage waren, dagegenzuhalten. Aber wir müssen keine Schlüsse für die kommenden Wochen und Monate ziehen.

Frage: Muss man die Mannschaft jetzt anders anpacken?

Allofs: Nein, wir müssen die Mannschaft nicht anders anpacken, weil wir das die ganze Zeit schon tun. Wir lassen uns nicht blenden. Wir müssen schnell lernen. Für gewisse Fehler habe ich Verständnis, aber für das nicht. Man kann ein Spiel mal unglücklich verlieren, aber wir waren nicht in der Lage, Zweikämpfe zu gewinnen. Mit so einer Leistung werden wir nicht nach oben kommen.

Frage: Hat das viele Lob die Mannschaft geblendet?

Allofs: Das Lob ist ja nicht von unserer Seite gekommen. Wir müssen das richtig einordnen. Dass wir eine junge Mannschaft haben, entschuldigt nicht alles. Vor allem nicht, wie wir das Spiel angegangen sind. Das war fahrlässig. Das ist keine Frage des Alters. Es hätte sich kaum einer beklagen können, wenn er ausgewechselt worden wäre.

Frage: Kommt die Länderspielpause für Sie zur Unzeit?

Allofs: Ich würde jetzt am liebsten keinen weglassen. Das ist ein Schockzustand, den ich am liebsten aufarbeiten würde.

Aufgezeichnet von Marco Mader, sid. Die Aussagen wurden aufgezeichnet bei einem Medientermin, an dem mehrere Journalisten teilgenommen haben.