Wettschiebung: Deutscher Keeper muss hinter Gitter - DER SPIEGEL
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Wettschiebung Deutscher Keeper muss hinter Gitter

Weil er laut Gericht an Spielmanipulationen in Singapurs erster Liga beteiligt gewesen sein soll, muss Torhüter Lutz Pfannenstiel für fünf Monate ins Gefängnis. Der gebürtige Münchner fühlt sich unschuldig.
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Singapur - Der deutsche Fußball-Profi Lutz Pfannenstiel ist in Singapur wegen der Beteiligung an Spielmanipulationen in drei Fällen zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten verurteilt worden. Dem aus München stammenden Torwart des Erstligisten Geylang United hatten bis zu fünf Jahren Gefängnis und 200.000 Mark an Strafe gedroht, die Richter sahen es bei ihrer Entscheidung jedoch als erwiesen an, dass Pfannenstiel kein Geld von Buchmachern für seine versprochenen Manipulationsversuche erhalten habe. Bei guter Führung könnte die Strafe um ein Drittel reduziert werden. Ob die von ihm hinterlegte Kaution in Höhe von 100.000 Dollar einbehalten wird, steht noch nicht fest.

Pfannenstiel hatte die Vorwürfe der Anklage stets bestritten und als "lächerlich" bezeichnet. Laut seiner Darstellung habe er mit dem Buchmacher lediglich über den möglichen Ausgang von bestimmten Spielen und nicht über die Beeinflussung von Resultaten gesprochen. Nach dem Urteilsspruch am Samstag rastete Pfannenstiel aus und beschimpfte Richter und Polizisten. Die Konsequenz: Der Deutsche wurde von den Beamten sofort in seine Zelle abgeführt und nicht mehr herausgelassen, um wie geplant noch einige persönliche Dinge zu regeln.

Trotz des letztlich milden Urteils fühlt sich der Keeper ungerecht behandelt. "Es ist bewiesen, dass ich nichts getan habe, und ich habe auch kein Geständnis abgelegt", sagte er, "jetzt muss ich zu Hause anrufen und sagen: 'Vater, ich habe nichts getan, aber ich muss ins Gefängnis'."

Für Lutz Pfannenstiel beginnt im Gefängnis von Singapur möglicherweise ein Alptraum. Bereits im vergangenen Jahr hatte er in der gleichen Sache sieben Tage mit drei weiteren Häftlingen aus Indien in einer nur zehn Quadratmeter großen Zelle verbracht. In dem Raum befanden sich nach Pfannenstiels Angaben kein Bett, kein Stuhl und kein Tisch. Zudem gab es kein fließendes Wasser. Wer trinken wollte, musste sich das Wasser mit einer Schöpfkelle aus der Toilette holen.

Pfannenstiel wird von der Außenwelt praktisch abgeschnitten sein. Sogar seiner Freundin wird pro Monat lediglich eine Besuchszeit von 20 Minuten zugestanden. Weiteres Ungemach droht dem Kicker durch den Asiatischen Fußball-Verband (AFC) und den Weltverband (Fifa). Beide Föderationen werden von Singapurs Verband über den Vorgang informiert, damit droht ihm eine internationale Sperre.

Von Zhang Tai Yong, sid