Wettskandal: Blatter fordert Profi-Schiedsrichter - DER SPIEGEL
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Wettskandal Blatter fordert Profi-Schiedsrichter

Fifa-Präsident Joseph Blatter will als Konsequenz aus dem deutschen Wettskandal die Professionalisierung des Schiedsrichterwesens vorantreiben. Das von Franz Beckenbauer geführte Organisationskomitee für die WM 2006 kritisierte Blatter für die Zusammenarbeit mit dem Wettanbieter Oddset.
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Zürich - "Bei 700.000 Schiedsrichtern weltweit muss man damit rechnen, dass es irgendwann einmal ein schwarzes Schaf gibt. Aber wenn dies dann im Berufsfußball und dann noch in einem Vorzeigeverband wie dem DFB passiert, dann schmerzt das", kommentierte Blatter auf einer Pressekonferenz die Vorkommnisse in Deutschland. Über zwei Tage hatten die 24 Fifa-Spitzenfunktionäre - darunter auch DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder - in Zürich getagt und dabei auch über den Fall Hoyzer gesprochen.

Ein probates Gegenmittel, Parteilichkeit bei Referees auszuschließen, fanden die Fifa-Leute jedoch auch nicht. Immerhin wurde die Kommission für Ethik und Fairplay damit beauftragt, Vorschläge für mögliche Maßnahmen auszuarbeiten.

Nach Blatters Ansicht sollten Top-Schiedsrichter künftig von ihren nationalen Verbänden mit Verträgen ausgestattet werden und feste Gehälter erhalten, wie das bereits in England, Frankreich und den USA praktiziert wird. Die Höhe des Lohns soll dabei dem eines Mittelklasseprofis entsprechen.

"Wir können nicht in das laufende Verfahren in Deutschland eingreifen. Aber wir müssen der Wahrheit entgegenblicken und schauen, welche Mechanismen wir aufbauen können, um solche Situationen wie in Deutschland künftig zu vermeiden", erklärte Blatter. Der Fifa-Boss konnte auch nicht sagen, bis wann die geplante weltweite Einführung des Profi-Schiedsrichters realisiert werden kann. "Auch bei größtem Speed im Apparat glaube ich nicht, dass wir bis zur WM 2006 schon viel ändern können", so Blatter, "aber wir können etwas im Gedankengut verändern."

"Die Fifa hätte das mit Oddset nicht gemacht"

Kritisch äußerte sich der Fifa-Präsident über das WM-OK-2006. Den Wettanbieter Oddset als nationalen Sponsor verpflichtet zu haben, bezeichnet Blatter als unglücklich: "Die Fifa hätte das nicht gemacht mit Oddset. Aber wir hatten kein Vetorecht, dort vorzugehen." In einer offiziellen Erklärung betonte der Weltverband, "dass sich die Fifa nie in irgendeiner Form im Wettgeschäft engagieren wird".

Beschlossen haben die Fifa-Spitzenfunktionäre auf der Tagung, dass ihre Jahresbezüge auf künftig rund 76.000 Euro angehoben werden und zugleich eine feste Rente ausbezahlt wird.