Wettskandal "Das war irgendwie komisch"
Freiburg - "Ich kann mich erinnern, dass in dem Spiel zwei umstrittene Entscheidungen zu Gegentoren für uns geführt haben. Wir sollten uns mit direkten Äußerungen aber noch bedeckt halten", sagte SC-Trainer Finke der dpa. Freiburgs Kapitän Richard Golz berichtet, dass Jansens Entscheidungen damals innerhalb der Mannschaft diskutiert worden seien.
"Doch wir vermuteten natürlich nichts in Richtung Manipulation. Ich wäre im Leben nicht darauf gekommen, dass da was sein könnte." Stürmer Ellery Cairo erklärte: "Ich habe damals gespürt, dass etwas komisch war. Doch man denkt nicht gleich an einen bestochenen Schiedsrichter."
Der 1. FC Kaiserslautern wollte überhaupt keine Stellungnahme abgeben. "Wir verweisen in all diesen Dingen an die Zuständigkeiten beim DFB, der DFL und gegebenenfalls an die Staatsanwaltschaft", erklärte Pressesprecher Michael Novak. Darauf hätten sich die Mitglieder der Vereinsführung und das Präsidium heute in einer Sitzung geeinigt.
Nach Informationen der "Bild" und der "Süddeutschen Zeitung" ist Jansen durch seinen Ex-Kollegen Robert Hoyzer belastet worden. Bei der Partie im Fritz-Walter-Stadion fielen zwei umstrittene Tore für den FCK. Bei beiden Treffern soll Jansen zuvor angebliche Fouls von FCK-Stürmer Carsten Jancker nicht geahndet haben.
Freiburgs Manager Andreas Bornemann hat unterdessen klare Aussagen des Deutschen Fußball-Bundes zu möglichen Wiederholungsspielen im DFB-Pokal gefordert. "Der DFB ist gefordert, Szenarien aufzuzeigen, wie Wiederholungen im Pokal stattfinden könnten", sagte Bornemann. Sollte dem Einspruch des Hamburger SV gegen die in Paderborn mit 2:4 verlorene Erstrundenpartie im Zuge der Manipulationsaffäre stattgegeben werden, wären auch die Freiburger betroffen, die den Regionalligisten Paderborn im Achtelfinale ausgeschaltet hatten. Denn für die Breisgauer steht am 2. März das auch finanziell lukrative Viertelfinalspiel gegen Rekordmeister FC Bayern München an.
Für "grotesk" würde Bornemann eine alleinige Wiederholung des von Hoyzer manipulierten Spiels Paderborn gegen den HSV halten. "Wie soll das gehen? Selbst wenn Paderborn noch einmal gewinnt, sie wüssten ja bereits vorher, dass sie in der dritten Runde gegen uns rausfliegen. Das wäre wohl nicht gerade motivierend für die Paderborner Spieler." Es müsse daher eine große Lösung gesucht werden. Einem "runden Tisch" innerhalb der Liga würde sich der Verein nicht verschließen.
Die ermittelnde Staatsanwaltschaft Berlin will dem DFB unterdessen nun doch Akteneinsicht im laufenden Verfahren gewähren. Bislang hatte der Verband vergeblich versucht, Inhalte aus der Vernehmung Hoyzers zu erfahren, um einen noch größeren Schaden zu verhindern.
"Der Deutsche Fußball-Bund und die Staatsanwaltschaft stehen in Kontakt. Uns ist es bewusst, dass das Verfahren für den Spielbetrieb von großer Bedeutung sein kann", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Berlin, Michael Grunwald, und kündigte an, dass nun auf Grundlage der gesetzlichen Bestimmungen ein Informationsaustausch erfolgen könne.