Wettskandal Hoyzer der eigentliche Drahtzieher?
Berlin - So habe ihm Hoyzer "vor dem ersten gemeinsam manipulierten Spiel" (Staatsanwaltschaft Berlin) zwischen den Regionalligisten SC Paderborn und dem Chemnitzer FC am 22. Mai 2004 erzählt, dass er bereits im November 2003 erfolgreich ein Spiel der Chemnitzer verschoben habe. Nach Darstellung von Ante S. soll ihn Hoyzer unter Verweis auf diesen Betrug gefragt haben, was es ihm denn wert wäre, wenn Paderborn am Wochenende gewinnen würde, meldet die "Süddeutsche Zeitung".
Die in dem Fall ermittelnde Berliner Staatsanwältin Petra Leister will von Hoyzer jetzt wissen, ob die Manipulation des Spiels in Paderborn tatsächlich Hoyzers Idee gewesen sei. Nach Aussage von Hoyzer hatte Ante S. 8000 Euro vorab an ihn gezahlt. Weil Paderborn aber, anders als gewünscht, nicht bereits zur Halbzeit führte, habe der Kroate das Geld zurückverlangt.
Angeblich habe sich Hoyzer auch bei Spielen, die von seinem damaligen Schiedsrichter-Kollegen Dominik Marks geleitet wurden, bei Ante S. gemeldet. Hoyzer soll den Kroaten wegen einer Zweitliga-Partie zwischen Rot-Weiß Erfurt und Alemannia Aachen im Oktober 2004 angesprochen haben. Auch soll sich Hoyzer bei Ante S. darüber beklagt haben, dass Marks immer "die leichten Spiele" bekomme. Die Manipulation eines Spiels zwischen dem Karlsruher SC und dem MSV Duisburg im Dezember 2004 soll von Hoyzer an Ante S. vermittelt worden sein.
"Dieses Spiel wurde mir von Robert angeboten. Er teilte mir mit, dass Marks dieses Spiel pfeifen würde. Ich frage Robert, was Marks sich denn vorstelle, da ich davon ausging, dass die beiden darüber - wie stets - gesprochen hatten. Es sollte ein Auswärtssieg für Duisburg werden, sagte mir Robert", erklärte Ante S. in der Vernehmung.
Die "SZ" meldet zudem, dass die Aussagen von Ante S. bei seiner Vernehmung dazu geführt hätten, dass die ermittelnde Staatsanwaltschaft Berlin Hoyzer am Pfingstmontag neue Fragen gestellt habe.