WM 2002: Geheimwaffe Lippenstift - DER SPIEGEL
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WM 2002 Geheimwaffe Lippenstift

Um Ausschreitungen durch Hooligans während der Fußball-WM 2002 zu vermeiden, planen die südkoreanischen Sicherheitsexperten besondere Einsatzmethoden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seoul - Nicht Nebelgranaten, sondern Lippenstift und Mascara heißen die Geheimwaffen der südkoreanischen Polizei, um Hooligan-Ausschreitungen bei der Fußball-WM 2002 zu vermeiden: Schöne Polizistinnen statt voll ausgerüsteter Sondereinheiten werden in der ersten Reihe stehen, um die Raufbolde im Zaum zu halten. Die neue Taktik gegen Randalierer wurde zuletzt in Seoul erprobt, und die Polizeichefs sind begeistert von den Resultaten. Standen die attraktiven Gesetzeshüterinnen in der ersten Reihe, kam es zu weniger Ausschreitungen, als wenn ihre männlichen Kollegen für Ordnung sorgen mussten.

"Viele Menschen finden unsere Frauen sehr attraktiv", jubelte bereits der südkoreanische WM-Sicherheitschef Park Sang-Hwan. "Wenn die ganz vorne stehen, hat das einen ganz besonderen Effekt." Dennoch warnt Park allzu übermütige Fans: "Die koreanische Polizei ist erfahren und sehr effektiv, wenn es zu Ausschreitungen kommt."

Strenge Kontrollen


Im Vorfeld wird die örtlichen Polizei mit Kollegen aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland zusammenarbeiten, um Hooligans die Möglichkeit zu nehmen, nach Südkorea einzureisen. "Wir werden strenge Kontrollen an den Flughäfen und Grenzen haben, um den Übeltätern die Einreise zu verweigern", erklärte Park. Zudem werden ausländische Experten die Südkoreaner unterstützen. Die Hooligan-Gefahr schätzt der Sicherheitsexperte als nicht allzu groß ein: "Europa ist weit entfernt von Asien, und ich glaube nicht, dass allzu viele Hooligans sich auf den Weg machen werden."