WM 2006 Polizei fordert totales Alkoholverbot
Berlin - "Wir brauchen ein konsequentes Alkoholverbot in allen WM-Stadien", sagte GdP-Chef Konrad Freiberg der "Berliner Zeitung". Alkohol spiele bei Gewaltausbrüchen eine Rolle.
Vergangenen Dienstag musste das Champions-League-Spiel zwischen dem AC und Inter Mailand wegen Ausschreitungen abgebrochen werden. Auch beim letzten Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in Slowenien randalierten deutsche Anhänger vor und während der Partie.
Das WM-Organisationskomitee hat bislang noch keine Entscheidung über ein Alkoholverbot gefällt. "Das ist noch nicht entschieden", sagt Sprecher Gerd Graus. In der Diskussion seien derzeit ein totales Alkoholverbot, der Ausschank von Light-Bieren oder von ganz normalem Bier. Die US-Großbrauerei Anheuser Busch ist Fifa-Partner der WM. Auch der DFB-Sponsor Bitburger darf während der WM Bier ausschenken.
Entscheidung nach der Auslosung
Das Alkoholverbot soll von den konkreten Spielpaarungen abhängig gemacht werden. "Sobald die teilnehmenden Mannschaften feststehen, werden wir eine Gefährdungsbewertung abgeben und Empfehlungen aussprechen", sagte Michael Endler, Leiter der in Sicherheitsfragen federführenden "Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze" (ZIS) beim Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen anlässlich einer Tagung zum Thema Hooligans in Neuss.
"Nach derzeitigem Diskussionsstand werden diese Empfehlung das Organisationskomitee, die Verantwortlichen an den Veranstaltungsorten und übrigens auch der betreffende Hauptsponsor akzeptieren", so Endler. Die ZIS wird während der WM aus Platzgründen von Düsseldorf nach Neuss umziehen, da die Behörde von 13 auf 130 Beamte aufgestockt wird.
Rückkehr der Grenzkontrollen?
Auch Bundesinnenminister Otto Schily will sich bei der Ausarbeitung und der Umsetzung des Sicherheitskonzepts für die Fußball-WM 2006 in Deutschland auf keine Kompromisse einlassen. Der SPD-Politiker kündigte an, die Behörden würden von allem Gebrauch machen, was rechtlich möglich sei. Dazu gehöre, so sagte Schily in einem Interview der "FAZ", auch eine Einschränkung der Reisefreiheit. Wenn die Lage es erfordere, werde man vorübergehend auch wieder Grenzkontrollen einführen, damit Krawallmacher erst gar nicht einreisen könnten.