WM 2006: Südafrika zieht vor Gericht - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

WM 2006 Südafrika zieht vor Gericht

Der südafrikanische Fußballverband will die an Deutschland verlorene Organisation der WM 2006 nicht kampflos aufgeben. Die Fifa soll nun per Gerichtsurteil umgestimmt werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Johannesburg - Südafrika will die Niederlage gegen Deutschland im Kampf um die Austragung der Weltmeisterschaft 2006 nicht akzeptieren und hat gegen die Entscheidung beim Internationalen Fußball-Verband (Fifa) Berufung eingelegt. Wie Vizepräsident Irvin Khoza in Johannesburg mitteilte, habe der südafrikanische Verband (Safa) nach Gesprächen mit Rechtsexperten, dem Afrikanischen Fußball-Verband (CAF), der südafrikanischen Regierung und Sponsoren bei der Fifa ein offizielles Schiedsgerichtsverfahren beantragt.

Danny Jordaan, Chef des Bewebungskomitees, erklärte: "Wir haben eine moralische und rechtliche Verpflichtung gegenüber unserem Volk und dem ganzen afrikanischen Kontinent, in dieser Sache fortzufahren." Südafrika stützt sich dabei auf Artikel 59 der Fifa-Statuten, die in Streitfällen eine verbandsinterne Schlichtung vorsieht.

Ein Fifa-Sprecher in Zürich wollte den Schritt nicht kommentierten, "bevor wir einen offiziellen Antrag vorliegen haben, was nach meinem Wissen bisher nicht der Fall ist". Sollte ein solcher Antrag eingehen, werde sich Fifa-Generalsekretär Michel Zen-Ruffinen damit befassen, sagte der Sprecher.

Das Fifa-Exekutivkomitee hatte sich mit zwölf zu elf Stimmen für Deutschland als Ausrichter der WM-Endrunde 2006 ausgesprochen. Der Neuseeländer Charles Dempsey, Präsident des Ozeanischen Fußball-Verbandes (OFC), hatte sich im entscheidenden Wahlgang der Stimme enthalten. Er soll beim Schiedsgerichtsverfahren als Zeuge benannt werden.