WM 2006: Wer wird Fußball-Gott? - DER SPIEGEL
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WM 2006 Wer wird Fußball-Gott?

Michael Ballack, Andrej Schewtschenko, Ronaldinho: Sie alle werden bei der Fußball-WM in Deutschland dabei sein. Wer aber wird der Superstar der Endrunde? SPIEGEL ONLINE stellt die heißesten Anwärter vor.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Champions League hat er gewonnen, auch die italienische Meisterschaft. Doch Andrej Schewtschenkos größter Traum wird erst diesen Sommer in Erfüllung gehen. Dann tritt der Stürmer des AC Mailand mit der Ukraine erstmals bei einer Weltmeisterschaft (9. Juni bis 9. Juli) an. Vor acht Jahren in Frankreich und 2002 beim Turnier in Fernost musste Schewtschenko noch vor dem Fernseher zusehen. Mit seinem Land war er zuvor jeweils in der Qualifikation gescheitert. Nun darf Schewtschenko sich der Welt präsentieren, und nicht wenige Experten sind überzeugt, dass der schnelle und torgefährliche Angreifer bei der WM der Superstar schlechthin werden kann.

Gleiches gilt für Didier Drogba. In Afrika kennt jedes Kind den kopfballstarken Stürmer von der Elfenbeinküste. Bei der WM kann der Chelsea-Profi weltweiten Ruhm erlangen. Wie einst Franz Beckenbauer, der 1974 aus der deutschen Weltmeisterelf herausragte oder der Franzose Zinedine Zidane, der sich 1998 mit zwei Kopfballtoren im WM-Finale gegen Brasilien (3:0) unsterblich machte. Nicht zu vergessen Diego Maradona. 1986 dribbelte der kleine Techniker für Argentinien zum begehrtesten aller Fußballtitel.

Der Favorit auf den Titel "WM-Superstar 2006" ist ohne Zweifel der Brasilianer Ronaldinho. So manch einer mag seinen Augen nicht trauen, wie der 26-Jährige mit dem Spielgerät umgeht. Leidtragende sind die Gegenspieler, die Ronaldinho zumeist wie Slalomstangen umkurvt. Ganz Brasilien hofft darauf, dass der Profi des FC Barcelona sein Können im Sommer zeigt und das Land zum sechsten WM-Titel führt.

Für Gastgeber Deutschland wäre es der vierte Erfolg bei einer Weltmeisterschaft. Doch um dieses Ziel zu erreichen, muss besonders ein Profi groß aufspielen: Michael Ballack. Der 29-jährige Noch-Münchner ist mit seiner Kopfball- und Zweikampfstärke für Bundestrainer Jürgen Klinsmann nicht zu ersetzen. Mit der WM-Trophäe würde aus dem internationalen Star Ballack ein Weltklasse-Akteur.

Auf den warten die argentinischen Anhänger seit Maradona. In Deutschland könnte Juan Roman Riquelme in die kleinen, großen Fußstapfen der legendären Nummer "10" treten. Die Freistöße des Profis vom FC Villarreal sind bei den Torhütern ebenso gefürchtet wie seine Zuspiele in die Spitze bei den Verteidigern.

Diese werden vermutlich auch mit dem Franzosen Thierry Henry und dem Engländer Wayne Rooney ihre Mühe haben. Während Henry (FC Arsenal) vor allem durch Schnelligkeit und bei Dribblings glänzt, versucht es Manchester Uniteds Rooney immer wieder mit Einsatz und Schusskraft.

Traut man den italienischen Gazetten wird nicht Rooney, Ronaldinho oder Riquelme der Star, sondern ein ganz anderer: Luca Toni, Profi beim AC Florenz. Der Stürmer hat in dieser Saison in 35 Partien der Serie A bereits 28 Treffer erzielt. Für ein mögliches Duell gegen Deutschland ist Toni jedenfalls schon einmal gut vorbereitet. Wie man Jens Lehmann überwindet, zeigte er beim 4:1-Testspielsieg der Italiener gegen die deutsche Elf am 1. März. Damals erzielte Toni einen Treffer, bei der WM sollen weitere folgen.

pav

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