Brasilien gegen Mexiko Die wichtigsten Infos zum Topspiel des Tages
Superstar Neymar: Trifft fokussiert zum 2:1 gegen Kroatien
Foto: Paolo Aguilar/ dpaHamburg - Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass die Nationalmannschaften von Mexiko und Brasilien das bisher letzte Mal aufeinander trafen. Beim Confed-Cup, dem Vorbereitungsturnier auf die WM, siegten zwar die favorisierten Brasilianer, doch einseitig war diese Partie nicht. Erst in der dritten Minute der Nachspielzeit sorgte der 2:0-Siegtreffer von Jô nach Vorarbeit von Neymar für die Entscheidung.
Dabei befanden sich die Mexikaner zum damaligen Zeitpunkt in der Krise, standen kurz davor, die Qualifikation zur WM zu verpassen, obwohl das Team von Trainer Luis Fernando Tena 2012 in London noch die olympische Goldmedaille gewonnen hatte. Im Finale bezwang Mexiko ausgerechnet die hochgehandelten Brasilianer, angetreten mit den heutigen Stars Neymar, Oscar und Thiago Silva, durch einen 2:1-Erfolg. Zweifacher Torschütze damals: Oribe Peralta. Der 30-jährige Angreifer vom mexikanischen Klub Santos Laguna traf auch beim WM-Auftakt gegen Kamerun.
Die Bilanz
Doch wenn es nach der Länderspielbilanz geht, ist Gastgeber Brasilien klarer Favorit. In 26 Spielen gelangen der Seleção 15 Siege, davon zehn Triumphe bei internationalen Turnieren. Fünf Spiele gingen Unentschieden aus, sechsmal konnten die Mexikaner gewinnen. Die WM-Duelle liegen allerdings schon lange zurück. Dabei triumphierte Brasilien 1950, 1954 und 1960 dreimal gegen Mexiko, insgesamt mit einem Torverhältnis von 11:0. Eindeutiger geht es kaum. Den bislang wichtigsten Erfolg für Mexiko erzielte das Team aus Zentralamerika 1999 im Endspiel des Confederations Cups. Im Azteken-Stadion gewann "El Tri" vor 110.000 Zuschauern 4:3 (2:1).
Brasilien
Nach dem Auftakterfolg gegen Kroatien sind die Hoffnungen in Brasilien groß, den sechsten WM-Titel erstmals im eigenen Land zu gewinnen. Die Mannschaft hinterließ trotz des Rückstands durch das Eigentor von Linksverteidiger Marcelo einen homogenen Eindruck, gleichwohl sie spielerisch nicht überzeugte. Verzichten muss das Team von Felipe Scolari gegen Mexiko auf Hulk. Er leidet an Beschwerden im linken Oberschenkel. Für den schussgewaltigen Außenbahnspieler von Zenit St. Petersburg wird voraussichtlich der nur 1,64 Meter große Bernard von Schachtjor Donezk auflaufen.
Mexiko
Nach der glücklichen Qualifikation für die WM in Brasilien galt Mexiko in der Gruppe A als Außenseiter. Doch nach dem überzeugenden 1:0-Triumph gegen Kamerun, bei dem das Ergebnis nur aufgrund der Schiedsrichterleistung knapp ausfiel, dürften die Mexikaner ein ernst zu nehmender Gegner für die brasilianische Mannschaft sein. Die Fünfer- beziehungsweise Dreierkette in der Verteidigung um den Altstar Rafael Marquez zeigte sich stabil, nach vorne wirbelte Giovanni dos Santos. Einst beim FC Barcelona als großes Talent gefeiert, knüpft er beim FC Villareal mittlerweile wieder an vergangene Leistungen an. Ihm wurden gegen Kamerun zwei reguläre Treffer aberkannt.
Worauf es ankommt
Wer stoppt Oscar und Neymar? Die beiden Jungstars gestalten das Offensivspiel der Seleção fast im Alleingang. Gegen Kroatien waren sie an allen drei Toren beteiligt, zweimal traf Neymar, einmal Oscar. Im gesamten Spiel kamen sie auf jeweils 72 Ballkontakte, hatten allerdings große Probleme mit der dichten Abwehrreihe der Kroaten. Gegen die tiefstehende Fünferkette Mexikos dürfte es für sie noch schwerer werden, sich in Szene zu setzen. Auf der rechten Seite Mexikos verteidigt Paulo Aguilar von CF América, er leitete auch den Siegtreffer Mexikos gegen Kamerun ein. Seine Stärken liegen ebenso wie bei seinem Pendant auf der linken Abwehrseite, Miguel Layún, in der Offensive: eine Chance für das schnelle Umschaltspiel der Brasilianer.