WM 2018: Jimmy Durmaz nach Last-Minute-Foul im Hatestorm - DER SPIEGEL
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Nationalspieler Jimmy Durmaz Schwedens Sündenbock

Sein Foul an Timo Werner führte zum entscheidenden Freistoß: Schwedens Nationalspieler Jimmy Durmaz war nach dem Spiel einem rassistischen Shitstorm ausgesetzt. Seine Mitspieler stellten sich vor ihn.
Jimmy Durmaz (l.) und Sebastian Larsson (r.)
Jimmy Durmaz (l.) und Sebastian Larsson (r.)

Jimmy Durmaz (l.) und Sebastian Larsson (r.)

Foto: ODD ANDERSEN/ AFP
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Der schwedische Fußballspieler Jimmy Durmaz hat nach seinem Foul in letzter Minute im Gruppenspiel gegen Deutschland zahlreiche Drohungen und teils rassistische Beleidigungen erhalten. Insgesamt seien fast 3000 Kommentare unter einem Instagram-Foto gepostet worden, heißt es auf dem inoffiziellen Twitter-Account "Fifa World Cup updates".

Selbst Beleidigungen und Morddrohungen sollen demnach gegen den in der zweiten Hälfte eingewechselten Durmaz dabei gewesen sein. Toni Kroos hatte den nach dem Foul fälligen Freistoß in der Nachspielzeit zum 2:1-Siegtreffer für Deutschland verwandelt.

Angesichts der Angriffe verteidigten mehrere Teamkollegen ihrem Mitspieler mit türkischen Wurzeln. "Das ist daneben. Dass die Menschen nicht mehr Respekt haben, ärgert mich sehr und ist einfach nur peinlich", sagte der schwedische Mittelfeldspieler Emil Forsberg dem Sender SVT . "So etwas darf nicht vorkommen."

Albin Ekdal vom Hamburger SV sagte: "Es fällt kein Schatten auf Jimmy, es gibt nichts Böses über ihn zu sagen. Wir gewinnen als Mannschaft, und wir verlieren als Mannschaft." Pontus Jansson sprang Durmaz laut SVT ebenfalls zur Seite. "Jimmy ist ein Teil des Teams und des heutigen Tages." Er sei ein fantastischer Kerl und die meisten Schweden stünden hinter ihm. "Es ist nicht seine Schuld, dass wir heute verlieren", sagte Jannson den Angaben zufolge zum Profi des FC Toulouse.

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Auch unter dem Instagram-Foto muss man inzwischen sehr weit zurückscrollen, um noch beleidigende Kommentare zu entdecken. Die meisten der dort kommentierenden Nutzer unterstützen Durmaz. Einer zog sogar den Vergleich zum einstigen schwedischen Superstar Zlatan Ibrahimovic, der ebenfalls einen Migrationshintergrund hat - und in einer Werbung für den Autokonzern Volvo vor ein paar Jahren pathetisch die schwedische Nationalhymne interpretierte.

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Durmaz selbst reagierte auf die ganze Diskussion gelassen. "Das interessiert mich nicht", sagte der 29-Jährige, der Timo Werner an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht hatte. "Ich stehe stolz hier und repräsentiere mein Land." Seinen Instagram-Post hatte er mit dem Hashtag #WirSindSchweden versehen.

apr/sid

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