WM-2018: Russisches Doping? Vitaly Mutko weist alle Vorwürfe zurück - DER SPIEGEL
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Russische Dopingaffäre Mutko wütet, Infantino schweigt

Die Indizien für russisches Staatsdoping sind erdrückend, auch der Fußball soll betroffen sein. Wie wenig das Thema Russlands Vizepremier Mutko und Fifa-Präsident Infantino passt, wurde kurz vor der WM-Auslosung deutlich.
Vitaly Mutko
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Foto: ALEXANDER NEMENOV/ AFP
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Russlands Vizepremier Witalij Mutko hat in einer fast zehnminütigen Wutrede vor der Auslosung der WM-Endrunde in Moskau erneut alle Dopingvorwürfe zurückgewiesen. "Es hat nie und wird niemals ein staatlich gelenktes Dopingsystem in Russland geben", sagte der Chef des WM-Organisationskomitees: "Das brauchen wir hier nicht. Diese ständigen Vorwürfe und Spekulationen zielen nur darauf ab, unser Land zu diskreditieren."

"Es heißt immer, überall auf der Welt ist es gut, aber in Russland ist es schlecht. Wir sind ein offenes Land, das alle Einstellungen und Religionen respektiert. Jeder kann kommen und sich hier wohlfühlen", so Mutko weiter. Es gebe keine Beweise für ein Dopingsystem in Russland.

Die Erkenntnisse der Untersuchung des unabhängigen kanadischen Rechtsprofessors Richard McLaren legen einen anderen Schluss nahe. Aus dem im Auftrag der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada erstellten McLaren-Report geht hervor, dass zwischen 2011 und 2015 mehr als tausend russische Athleten von einem staatlich gelenkten Dopingsystem profitiert haben sollen. In dem Bericht waren auch 34 russische Fußballer als dopingverdächtig genannt worden, darunter der gesamte WM-Kader von 2014.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) entscheidet am Dienstag über Sanktionen gegen Russland. Das IOC stuft den russischen Kronzeugen Grigorij Rodtschenkow, der Mutko als Schlüsselfigur des Dopingsystems bezeichnet, als "glaubwürdig" ein, der Komplettausschuss von den Winterspielen in Pyeongchang scheint möglich.

Russlands Leichtathleten sind für internationale Wettkämpfe gesperrt, das russische Anti-Doping-Labor ist seit November 2015 wegen massiver Verfehlungen suspendiert. Während der WM liegen die Dopingkontrollen laut Fifa nicht in russischer Hand, die Proben würden stattdessen in die Schweiz geflogen und von internationalen Spezialisten ausgewertet.

Fifa-Präsident Gianni Infantino wich der Thematik aus: "Ich kann nur wiederholen, dass sich die Fifa nicht an Spekulationen beteiligt. Die Fifa testet alle Spieler in und außerhalb der Wettbewerbe." Diese Tests seien bei der WM 2014, dem Confed Cup und den Klubwettbewerben (der Europäischen Fußball-Union, d. Red.) negativ gewesen.

mon/dpa/sid/Reuters