Spaniens Aus gegen Russland Tausend Mal berührt, tausend Mal ist nichts passiert
Spanische Spieler nach dem WM-Aus
Foto: Antonio Calanni/ APSzene des Spiels: Ein tobendes Stadion, ein nervöser Iago Aspas. Der fünfte spanische Schütze im Elfmeterschießen muss treffen. Der eingewechselte Stürmer zielt halblinks. Der Ball prallt an den linken Spann des russischen Torhüters Igor Akinfeev. Gehalten. Wie zuvor schon gegen Koke. Aus für Spanien. Das Weiterkommen für Russland.
When you save two penalties against Spain! 🇷🇺 #WorldCup #Akinfeev pic.twitter.com/JeSz5WhhjS
— 8bit-Football.com (@8bitfootball) July 1, 2018
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Ergebnis: Russland besiegt Spanien 5:4 nach Elfmeterschießen. Hier geht es zur Meldung.
Die erste Hälfte: Spanien ging durch ein Eigentor von Sergej Ignashevich in der 12. Minute in Führung. Sergio Ramos hatte den russischen Verteidiger nach einem Freistoß von der halbrechten Seite entscheidend bedrängt. Danach schaltete der Weltmeister von 2010 komplett in den Verwaltungsmodus. Erst in der 45. Minute (!) kam das Team zum ersten eigenen Torschuss der Partie. Auf der Gegenseite sorgte ein Handelfmeter für den russischen Ausgleich: Gerard Piqué hatte zuvor einen Kopfball von Artem Dzyuba an den Arm bekommen. Schiedsrichter Björn Kuipers entschied auf strafwürdige Vergrößerung der Körperfläche und Strafstoß. Dzyuba verwandelte sicher (41. Minute). Das war alles. Wirklich.
Die zweite Hälfte: Wenn in der ersten Hälfte schon wenig passierte, dann verebbte die Aufregung im zweiten Durchgang völlig. Die Russen liefen und liefen und liefen alle Lücken zu (bereits nach 60 Minuten waren es fünf Kilometer mehr Laufleistung bei der Sbornaja), die Spanier zelebrierten ertragslosen Ballbesitzfußball der querpassigsten Sorte. Sechs Wechsel, Trinkpause, ein Foul hier, ein Fehlpass da. Die pure Ödnis. Bis, ja bis Andrés Iniesta in der 85. Minute die irre Idee eines Distanzschusses in die Tat umsetze und Akinfeev zu einer starken Parade zwang. Das war alles. Wirklich.
Russland besiegt Spanien: Tausend Pässe, aber schwache Nerven
Die Verlängerung: Russland wehrte sich, Spanien kam durch den eingewechselten Rodrigo in der 109. Minute zu einer guten Gelegenheit, doch Akinfeev konnte parieren. Ansonsten schreckte die Meldung auf, dass die Spanier als erstes Team seit Beginn der Datenaufzeichnung 1966 mehr als 1000 Pässe in einer Partie spielten. 1114 waren es nach 120 Minuten. Das war... Sie können es sich denken.
1.000 - Spanien ist das erste Team mit mehr als 1.000 Pässen in einem WM-Spiel (seit. Datenerfassung 1966). Dominanz. #ESPRUS #WM2018 pic.twitter.com/5iFuARFlln
— OptaFranz (@OptaFranz) July 1, 2018
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Typisch Ramos: Der Madrilene ist einer jener Spieler, die den Blutdruck beim Gegner stets ansteigen lassen. Kantig, den Schiedsrichter bearbeitend, im Zweikampf diesseits und jenseits der Fairnessgrenze agierend. Mohamed Salah und das Champions-League-Finale gegen Liverpool legten Zeugnis davon ab. Doch wie er bei Standardsituationen arbeitet, den unbedingten Willen zum Torerfolg verkörpert, das ist nicht minder bemerkenswert. Sein Duell mit Sergej Ignashevich vor dem 1:0 war so ein typischer Ramos: Es wurde gezogen, gedrückt, gewollt. Bis der Ball im Tor war. Wie, ist egal. Konkret war es die Hacke von Sergej Ignashevich, die entscheidend abfälschte.
Das Ramos-Prinzip: Lass es wie einen Unfall aussehen. #ESPRUS
— Mirror T (@TomMirror1904) July 1, 2018
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Rekorde zum Vergessen: Ignashevich ist mit nun 38 Jahren und 352 Tagen der älteste Schütze eines Eigentors der WM-Geschichte. Zwei Eigentore in einem WM-Turnier - das schafften vor den Russen zuvor nur die Bulgaren 1966. Zugleich war es bereits das zehnte Mal bei dieser Weltmeisterschaft, dass ein Treffer auf diese Art erzielt wurde. Der bisherige Rekord wurde bei der WM 1998 in Frankreich aufgestellt - mit insgesamt nur sechs Eigentoren.
Historische Auswechslung: In der 97. Minute war es soweit: Mit dem Wechsel von Daler Kuziaev zu Aleksandr Erokhin nutzte Stanislaw Tschertschessow als erster Trainer bei einer WM die Möglichkeit, in der Verlängerung einen zusätzlichen, vierten Wechsel vorzunehmen.
Победная раздевалка @TeamRussia 🔥🔥🔥
— Сборная России (@TeamRussia) July 1, 2018
Всех с победой!! pic.twitter.com/Y7cmInTgsd
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Gute Gastgeber: Was wurde vor Beginn des Turniers nicht alles über die russische Auswahl gelästert. Selbst ein Vorrunden-Aus gegen Ägypten und Saudi-Arabien schien wahrscheinlicher als ein Achtelfinaleinzug. Jetzt steht die Elf von Tschertschessow im Viertelfinale, angetrieben von einem begeisterten und enorm lautstarken Publikum.
Der spanische Gastgeber-Fluch: Hält an. 1934 verloren die Spanier 0:1 gegen Italien, 1950 1:6 gegen Brasilien und 2002 nach Elfmeterschießen gegen Südkorea. Duell Nummer vier gegen das WM-Heimteam endete nun mit Niederlage Nummer vier.
Spanien - Russland 1:1 (1:1, 1:1) n.V. 3:4 i.E.
1:0 Ignashevich (12. ET)
1:1 Dzyuba (41. Handelfmeter)
Elfmeterschießen:
1:0 Iniesta
1:1 Smolov
2:1 Piqué
2:2 Ignashevich
Koke verschießt
2:3 Golovin
3:3 Ramos
3:4 Cheryshev
Aspas verschießt
Spanien: De Gea - Nacho (70. Carvajal), Piqué, Ramos, Alba - Koke Busquets - D. Silva (67. Iniesta), Isco, Asensio (104. Rodrigo) - Costa (80. Aspas)
Russland: Akinfeev - Mario Fernandes, Kutepov, Ignashevich, Kudriashow, Zhirkov (46. Granat) - Samedov (61. Cheryshev), Zobnin, Kuziaev (97. Erokhin) - Dzyuba (65. Smolov), Golovin
Schiedsrichter: Kuipers (Niederlande)
Gelbe Karten: Piqué / Zobnin, Kutepov