WM-Finale: Collina pfeift Deutschland - Brasilien - DER SPIEGEL
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WM-Finale Collina pfeift Deutschland - Brasilien

Mit Schiedsrichter Pierluigi Collina schickt die Fifa zum WM-Finale ihr bestes Pferd ins Rennen. Ungern erinnert sich mancher DFB-Kicker an Begegnungen mit dem Glatzenmann an der Pfeife.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seoul - Der Italiener Collina, 42, ist nicht unbedingt Glücksbringer der Deutschen. Zuletzt leitete er das WM-Qualifikationsspiel Deutschland-England im 1. September 2001, das mit einer historischen 1:5-Niederlage im Münchener Olympiastadion endete und die WM-Teilnahme des DFB-Teams ernsthaft gefährdet hatte. Auch beim tragischen 1:2 des FC Bayern gegen Manchester United im Champions-League-Finale 1999 stand Collina als Schiedsrichter auf dem Feld.

DFB-Fön als Gastgeschenk


Kritik an Collina, der neben seiner Muttersprache auch fließend die englische, französische und spanische beherrscht, gibt es eher selten. Trotzdem ist der Glatzkopf, dem der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vor einem Länderspiel als Gastgeschenk einmal einen Fön überreichte, darauf vorbereitet: "Es gehört schon ein bisschen Masochismus zum Schiedsrichter-Sein", sagt er.

Der Selbstqual bei der, wie er betont, "unperfekten Sportart Fußball", setzt sich Collina international seit 1995 aus. Um Fehler zu reduzieren, wird er sich auf das Endspiel mit gewohnter Akribie vorbereiten. "Ein guter Schiedsrichter muss alles über die beiden Teams wissen. Ihre Taktik und die Eigenschaften all ihrer Spieler. Nur so kann man halbwegs sicher sein, richtig zu reagieren."

Collinas letzte Weltmeisterschaft

Als Assistenten stehen dem viermaligen Weltschiedsrichter des Jahres der Schwede Leif Lindberg und Philip Sharp aus England an der Linie. Vierter Offizieller wird der Schotte Hugh Dallas sein. Anpfiff des WM-Finales zwischen Deutschland und Brasilien ist am Sonntag um 13 Uhr MESZ (im SPIEGEL-ONLINE-Liveticker). Das Spiel wird Collinas WM-Abschied sein. In Deutschland 2006 hätte er das Alterslimit von 45 Jahren schon knapp überschritten.

Ein ebenfalls nicht als Glücksbringer der Deutschen geltender Schiedsrichter, der Schweizer Urs Meyer, hatte am Dienstag die Halbfinal-Partie Südkorea-Deutschland geleitet. Trotzdem besiegte die DFB-Elf die Co-Gastgeber mit 1:0 und war daraufhin ins Endspiel der 17. Fußball-Weltmeisterschaft eingezogen.

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