WM-Flops: Das Team der Enttäuschungen - DER SPIEGEL
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WM-Flops Das Team der Enttäuschungen

Zaubernde Brasilianer? Fehlanzeige. Das Team um Superstar Ronaldinho war sicherlich die größte Enttäuschung der WM – aber bei weitem nicht die einzige. Da gab es noch einen Wunderstürmer ohne Treffer und einen Bundesliga-Profi, dessen Team die höchste Pleite kassierte.
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Den 16. Juni wird Mladen Krstajic so schnell nicht vergessen. Der Schalker verlor mit Serbien und Montenegro 0:6 gegen Argentinien, was gleichzeitig die höchste Turnierniederlage bedeutete. Kein schöner Tag für einen Abwehrchef. Dabei war gerade die Defensivabteilung das Prunkstück des Staatenbundes, dessen Ehe nach dem Turnier aufgelöst wurde. In der WM-Qualifikation ließen Krstajic und Co. in zehn Spielen lediglich einen Gegentreffer zu - die beste Bilanz aller europäischen Teams. Bei der Endrunde waren es dann allerdings zehn Treffer in nur drei Spielen.

Genauso viele Tore wie Brasilien erzielte - die wohl größte Enttäuschung des Turniers. Die Abonnement-Weltmeister (5 Titel) wurden von einem leicht pummeligen und meist lustlos agierenden Ronaldo sowie einem konfus spielenden Ronaldinho repräsentiert und schieden folgerichtig gegen das Oldie-Team aus Frankreich im Viertelfinale (0:1) aus, was keinen Verlust für die WM bedeutete.

Ebenso wie der K.o. der Engländer, die nicht einmal in ihren Gruppenspiel-Siegen gegen Trinidad und Tobago sowie Paraguay überzeugen konnten. Sieben Tore erzielte das Starensemble um Steven Gerrard und Frank Lampard. Macht einen Treffer pro Million Euro Jahresgehalt ihres Trainers Sven-Göran Eriksson, dessen Abgang schon vor dem Turnier fest stand, nach den gezeigten Leistungen allerdings ohnehin unvermeidbar gewesen wäre.

Einen besonders enttäuschenden Abgang erwischte auch Sturmhoffnung Wayne Rooney, dessen Mittelfuß zeitweise selbst die Querelen um Premierminister Tony Blair von den Titelseiten der britischen Boulevard-Presse verdrängte. Kein einziger Treffer gelang dem Stürmer von Manchester United, beim Viertelfinal-Aus gegen Portugal bekam er zudem nach einem Tritt gegen den am Boden liegenden Ricardo Carvalho die Rote Karte. Statt Selbstkritik zu zeigen, drohte er seinem ManU-Mitspieler Cristiano Ronaldo, der nach der Attacke gegen seinen Nationalmannschaftskollegen den Platzverweis gefordert hatte, ihn "beim ersten gemeinsamen Training in zwei Teile zu schlagen".

In der niederländischen Abwehr bewies der Hamburger Khalid Boulahrouz, dass er nicht ganz zu unrecht den Spitznamen "Kannibale" trägt. Mit Sammy Kuffour erlebte ein ehemaliger Bundesliga-Profi, der eigentlich Ghanas Abwehr zusammen halten sollte, den Großteil des Turniers auf der Bank. Der Leistung seines Teams hatte diese Entscheidung nicht geschadet.

Der Torwart unserer Elf der Enttäuschungen kommt aus Saudi-Arabien und wird den 19. Juni nicht so schnell vergessen. An diesem Tag kassierte Mabrouk Zaid gegen die Ukraine vier Gegentreffer und sah dabei nicht sehr gut aus. Es war die zweithöchste Niederlage der WM.

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