WM-Gruppe C Schützenfest der Seleção
Suwon - Drei Spiele, drei Siege: Brasilien ist mit einer eindrucksvollen Bilanz ins Achtelfinale der WM 2002 eingezogen. Der viermalige Titelträger trifft nach dem 5:2 (3:1) gegen Costa Rica in Suwon nun am kommenden Montag im japanischen Kobe auf den Zweitplatzierten der Gruppe H (Japan, Russland, Belgien, Tunesien). Die Mannschaft aus Costa Rica, der schon ein Remis zum Weiterkommen gereicht hätte, schied aus, da gleichzeitig die Türkei den WM-Debütanten China mit 3:0 besiegte.
Vor 40.000 Zuschauern trafen zweimal Ronaldo (10., 13.), Edmilson (38.), Rivaldo (62.) und Junior (64.) für den Top-Favoriten der WM. Paulo Wanchope (40.) und Ronald Gomez (56.) erzielten die Tore für die Mittelamerikaner, die das Achtelfinale auf Grund der schlechteren Tordifferenz gegenüber der punktgleichen Türkei verpassten.
Die erste Chance in einer abwechslungsreichen Partie bot sich dem Außenseiter, doch Mauricio Wright (9.) verfehlte per Kopf das Tor. Praktisch im Gegenzug lenkte Marin eine Eingabe von Edilson ins eigene Netz. Kurz darauf löste Ronaldo sein Versprechen ein, in jedem Spiel ein Tor schießen zu wollen. Der 25-Jährige von Inter Mailand versetzte im Strafraum zwei Abwehrspieler und vollendete mit einem Flachschuss ins Eck. Als Edmilson mit einem spektakulären Seitfallzieher zum 3:0 erhöhte, schien die Partie gelaufen.
"Ticos" nutzten Brasiliens Abwehrschwäche nicht
Die stets bemühten "Ticos" gaben jedoch nicht auf und wurden mit dem Anschluss durch zwei Tore ihrer Sturmspitzen Wanchope und Gomez belohnt. Als sich der Außenseiter schon am Ziel seiner Wünsche
wähnte, schlug der WM-Favorit Nummer eins jedoch zurück. Eine Hereingabe von Junior verwandelte Rivaldo per Direktabnahme, nur zwei Minuten später vollendete Junior zur erneuten Drei-Tore-Führung.
Der vom eingebürgerten Brasilianer Alexandre Guimaraes trainierte Außenseiter spielte trotz des erneuten Rückschlags weiter nach vorn, konnte aber selbst beste Gelegenheiten nicht nutzen. Die größte Möglichkeit
vergab Wright (71.), als er den Ball aus zwei Metern am leeren Tor vorbeischoss. Vorangegangen war ein Querschläger von Junior an den eigenen Pfosten. Wanchope traf zudem nur die Unterkante der Latte
(87.).
"Ich bin sehr stolz auf unser Team, uns macht nur traurig, dass wir jetzt nach Hause fahren müssen", zeigte sich Guimaraes trotz des verpassten Achtelfinales zufrieden mit dem beherzten WM-Auftritt seiner Spieler. "Wir haben aber eine große Zukunft vor uns." Dagegen versuchte Luiz "Filipão" Scolari seine Spieler nach dem dritten Sieg im dritten Spiel auf Boden der Tatsachen zurückzuholen. "Wir haben nach diesem Spiel gute Perspektiven für die zweite Runde", so der Trainer der Brasilianer. "Aber wir haben noch nichts erreicht. Jetzt wird jedes Spiel zum Endspiel. Wir haben allerdings gesehen, dass wir Schwächen in der Abwehr haben.
So etwas dürfen wir uns gegen starke Teams nicht erlauben."
Unklar war zunächst, ob das erste Tor der Brasilianer als Eigentor gewertet oder Ronaldo zugeschrieben wird. "Das Tor gehört mir, ich denke, das wird die Fifa ändern", stellte der 25-Jährige nach der Partie kategorisch fest. "Die Fifa sagt immer klipp und klar, dass es derjenige bekommt, der zuerst auf das Tor schießt. Ich habe den Ball vor dem Verteidiger berührt", schilderte Ronaldo die Szene aus der zehnten Minute, als er gemeinsam mit Marin in eine Hereingabe von Edilson gegrätscht war. Die Fifa fällte die Entscheidung am Freitag zugunsten des Brasilianers.
Costa Rica - Braslien 2:5 (1:3)
0:1 Ronaldo (10.)
0:2 Ronaldo (13.)
0:3 Edmilson (38.)
1:3 Wanchope (40.)
2:3 Gomez (56.)
2:4 Rivaldo (63.)
2:5 Junior (65.)
Costa Rica: Lonnis - Martinez (74. Parks), Marin, Wright -
Wallace (46. Bryce), Solis (65. Fonseca), Centeno, Lopez, Castro -
Wanchope, Gomez
Brasilien: Marcos - Lucio, Polga, Edmilson - Cafu, Silva,
Juninho (61. Ricardinho), Junior - Rivaldo (72. Caca) - Ronaldo,
Edilson (57. Kleberson)
Schiedsrichter: Gamal Ghandour (Ägypten)
Zuschauer: 25.000
Gelbe Karte: - / Cafu