WM-Qualifikation Hitzfeld fordert Kampf um jeden Meter
Hamburg - Vor der Partie gegen Lettland am Samstag (17.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) forderte Hitzfeld von seinem Team, "von der ersten Minute an um jeden Meter Boden zu fighten". Nach der 1:2-Heimpleite gegen Luxemburg darf sich seine Mannschaft in Gruppe zwei keinen weiteren Ausrutscher erlauben, sonst platzt der WM-Traum frühzeitig. "Unser Vorteil ist, dass Lettland mitspielen wird. Das öffnet uns mehr Räume", sagte Stürmer Alexander Frei. Der Dortmunder Profi sprach nach der Blamage gegen Luxemburg von einem "Hammerschlag", geht aber fest von einer Steigerung aus: "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Schweizer Mannschaft bereit war, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stand."
Berti Vogts streitet sich dagegen vor der Partie Aserbaidschans in Finnland wieder mit den Journalisten, nachdem seine Auswahl in der Gruppe vier (mit Deutschland) nur einen Punkt aus zwei Spielen vorweisen kann. Einem Bericht des "kicker" zufolge soll er nicht zur abschließenden Pressekonferenz in Baku erschienen sein. "Im Moment fehlt uns die Durchschlagskraft, und wir spielen in einer starken Gruppe", dämpfte er die Erwartungen. Vogts verwies darauf, dass die Aufbauarbeit in der ehemaligen Sowjetrepublik noch Jahre dauern werde. "Ich habe sechs gute U21-Spieler. Vielleicht können wir in einigen Jahren mal ernsthaft um die Teilnahme bei einem großen Turnier mitspielen."
Kasachstan fordert England
Bernd Storck muss unterdessen als Interimscoach von Kasachstan im Wembley-Stadion gegen England antreten. Der langjährige Assistent des ehemaligen Bundesliga-Trainers Jürgen Röber sagte: "Natürlich ist das ein Traum, im wohl berühmtesten und vielleicht schönsten Stadion der Welt." Für Storck, der nach dem Spiel allerdings wieder abgelöst werden soll, wäre ein Punktgewinn eine Sensation. Nach nur einem Sieg aus drei Spielen ist die WM für die Kasachen allerdings schon jetzt in weite Ferne gerückt. Es führen in der Gruppe sechs England und die Ukraine mit je sechs Punkten aus zwei Spielen.
Griechenlands Coach Otto Rehhagel kann dem Spiel gegen Moldawien in Gruppe zwei dafür gelassen entgegensehen. Sein Team holte aus zwei Partien sechs Punkte. Für Sieg Nummer drei sollen unter anderem vier Bundesliga-Profis sorgen: die Frankfurter Ioannis Amanatidis und Nikos Liberopoulos, Theofanis Gekas von Bayer Leverkusen und Angelos Charisteas vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg.
Frankreich hofft auf Ribéry, Portugal fehlen Top-Spieler
Die Franzosen hoffen derweil auf Franck Ribéry, der am Samstag in Bukarest gegen Rumänien nach seiner Syndesmosebandverletzung im EM-Spiel gegen Weltmeister Italien (0:2) erstmalig wieder zum Kader der Equipe Tricolore gehört. Ob ein Sieg den in der Kritik stehenden Coach Raymond Domenech rettet, wird sich vermutlich kommenden Mittwoch entscheiden. Dann trifft sich die Verbandsspitze, um über die Zukunft des Nationaltrainers zu entscheiden. Und die Kritiker sind anscheinend in der Mehrzahl. "Wenn man sich von ihm trennen muss, wäre es dann am leichtesten, weil man dann vier Monate Zeit hätte, jemanden zu finden", sagte ein nicht genannter Verbandsfunktionär der Nachrichtenagentur AFP und forderte in Rumänien einen Sieg: "Ein Unentschieden oder eine Niederlage, das wäre praktisch dasselbe."
Nach dem 1:3 zum Auftakt in Österreich in Gruppe sieben war Domenech fast schon entlassen. Dass das nächste Spiel in Serbien schon vier Tage später anstand, rettete ihn damals wohl vor dem Rauswurf. Der 2:1 verschaffte ihm dann eine weitere Schonfrist. Der sehnlichst vermisste Ribéry verfolgte die beiden Partien vor dem Fernseher. "Das war hart", sagte er: "Ich habe von außen gesehen, dass die Mannschaft sehr schwere Tage hatte und dass es auch hart für den Trainer war." Dass die Sporttageszeitung "L'Equipe" schrieb, der frühere Nationalcoach Gerard Houllier stehe bereits als Domenechs Nachfolger bereit, dementierte dieser umgehend: "Ich werde Technischer Direktor bleiben. Egal, was beim Treffen des Verbandes am 15. Oktober herauskommt."
Unter Erfolgsdruck steht in der Gruppe eins Portugals neuer Trainer Carlos Queiroz. Nach der 2:3-Heimniederlage gegen Dänemark muss der Scolari-Nachfolger am Samstag in Schweden punkten, auch wenn Deco, Maniche und Ricardo Carvalho fehlen. Schweden, Dänemark und Albanien liegen nach zwei Spieltagen mit je vier Punkten vorne.
In der Gruppe drei kommt es am Samstag zum Top-Spiel zwischen Tabellenführer Polen (vier Punkte) und den noch sieglosen Tschechen. Europameister Spanien will in der Gruppe fünf nach zwei Siegen ohne Gegentor auch in Estland gewinnen, während Weltmeister Italien in der Gruppe acht beim Gastspiel in Bulgarien seine Führung behaupten will.
mti/sid