WM-Relegation Völler holt Rummenigge
München - Auf speziellen Wunsch von Teamchef Rudi Völler rückt Karl-Heinz Rummenigge bei den zwei WM-Relegationsspielen gegen die Ukraine noch dichter an die Fußball-Nationalmannschaft, doch die entscheidenden Worte will Gerhard Mayer-Vorfelder sprechen. Erstmals in seiner Amtszeit als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird der 68-Jährige vor dem Hinspiel am Samstag (18 Uhr MEZ) in Kiew eine deutliche Ansprache an die Mannschaft richten.
"Man kann nicht pausenlos in eine Mannschaft hineinreden. Das sollte man höchstens zweimal im Jahr machen. Seit ich Präsident bin, habe ich noch nie etwas zur Mannschaft gesagt. Diesmal werde ich es tun", kündigte Mayer-Vorfelder am Montag an. Ein Appell an die Ehre soll im Mittelpunkt der Rede stehen: "Die Spiele gegen die Ukraine werden mit dem Herzen entschieden", betonte der DFB-Boss.
"Erstklassiges, loyales Verhältnis"
Gemeinsam mit den von Völler nominierten 22 Nationalspielern wird Rummenigge, der nach dem Debakel bei der Europameisterschaft 2000 als Chef der inzwischen vom "Ausschuss Nationalmannschaft" abgelösten Task Force maßgeblich den Neubeginn unter Völler mitgestaltet hatte, am Dienstag ins Quartier nach Neu-Isenburg anreisen. "Rudi hat mich gebeten, dabei zu sein. Ich habe mit Rudi ein erstklassiges, loyales Verhältnis. Es geht in den beiden Spielen um einen ganz wichtigen Schritt des deutschen Fußballs. Da ist jeder Prozentpunkt wichtig. Alle, angefangen bei den Spielern bis zu all den anderen, die im professionellen Fußball zu tun haben, müssen ihr Scherflein dazu beitragen, dass die volle Unterstützung der Nationalmannschaft gegeben ist", sagte Rummenigge.
Der frühere Nationalmannschaftskapitän will als eine Art Öffentlichkeitsarbeiter aktiv zu einem Stimmungsumschwung beitragen und den nach dem 1:5 gegen England und dem 0:0 gegen Finnland hart kritisierten Spielern Selbstvertrauen einimpfen. "Ich bin überzeugt, dass wir am 14. November in Dortmund Deutschland bei der WM 2002 dabei haben. Ein Scheitern wird es nicht geben", so Rummenigge, der davor warnt, den Gegner zu stark zu reden, "die Ukraine hat in Andrej Schewtschenko einen überragenden Spieler, die anderen zehn sind sehr, sehr durchschnittlich." Er glaubt an die deutschen Kicker: "Die elf Spieler, die in Kiew auf dem Platz stehen, werden sich zerreißen."
Nationalstürmer Carsten Jancker lebt diese Einstellung vor. Nach seiner Fußverletzung trainierte der 27-Jährige am Montag sogar bei den Amateuren des FC Bayern mit, da die Profis zwei Tage Urlaub erhalten haben. Amateurtrainer Hermann Gerland will den Rekonvaleszenten für Völler fit machen: "Am Dienstag werden wir noch Stürmer-spezifische Übungen wie Torschusstraining mit Carsten machen", so Gerland.