WM-Sicherheit Polizei fängt erste Hooligans ab
Neuss - Die Bundespolizei hat neun britische Hooligans an der tschechischen Grenze abgefangen. Sie hatten offenbar gehofft, auf einem Umweg nach Deutschland zu kommen. Außerdem seien bislang lediglich fünf gewaltsuchende WM-Touristen aus Großbritannien entdeckt worden, die trotz des Verbots nach Deutschland gereist waren, sagte Michael Endler, Leiter des Anti-Hooligan-Lagezentrums.
Von 3500 potenziellen Gewalttätern, die Großbritannien während der WM nicht verlassen dürfen, seien in 180 Fällen die Pässe noch nicht eingezogen. "Die fehlenden Reisepässe sind aber kein Indiz dafür, dass ihre Inhaber auf dem Weg nach Deutschland sind", sagte Endler.
Er sei sehr zufrieden mit der Quote. "Seit die Briten ihre "Banning orders" eingeführt haben, gab es im Ausland keine Probleme mehr mit britischen Fans", so Endler. Auch für ein massives Auftreten gewaltbereiter polnischer Fans gebe es keine Anhaltspunkte. Die Zusammenarbeit mit der polnischen Polizei sei laut Endler sehr gut.
In Deutschland seien 300 potenzielle Störer durch die namensbezogene Ticketvergabe aussortiert worden, ergänzte der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf (FDP). Dort suchte die Polizei insgesamt 1937 dieser Personengruppe am Arbeitsplatz oder daheim zu einer so genannten Gefährderansprache auf. 200 der Gewalttäter, die dabei keine Einsicht zeigten, müssen sich nun während der WM regelmäßig bei der Polizei melden. Weiteren 300 Störern sei der Aufenthalt an bestimmten Orten untersagt worden.
kob/sid/dpa