WM-Übertragungsrechte: Einigung mit Kirch - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

WM-Übertragungsrechte Einigung mit Kirch

Der Fernsehvertrag für die Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 ist heute zwischen ARD/ZDF und der KirchGruppe unterzeichnet worden. 2002 werden die Spiele der deutschen Elf sowie die wichtigsten WM-Partien im öffentlich-rechtlichen TV übertragen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Die Verhandlungen um die TV-Übertragungsrechte für die Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 seien abgeschlossen, erklärte ZDF-Intendant Dieter Stolte gegenüber dem Berliner Radiosender "FAZ 93.6". Der Vertrag zwischen den öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD und ZDF mit dem Rechteinhaber KirchGruppe wurde am Mittwoch unterzeichnet. Darin ist auch der bis zuletzt strittige Punkt von Satellitenübertragungen der WM-Spiele ins Ausland geregelt. Kirch hatte stets eine Verschlüsselung der Partien durch ARD und ZDF gefordert.

Jeden Tag die wichtigste Partie


"Selbstverständlich wird die WM 2002 und 2006 über den analogen Satelliten Astra für deutsche Urlauber zu empfangen sein", sagte Stolte. Für den Gebührenzahler sei das größte Maß an Vorteilen ausgehandelt worden. Bei der WM 2002 werden die Zuschauer alle Begegnungen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft (so sich diese qualifiziert), das Eröffnungspartie, beide Halbfinals sowie das Endspiel ohne Zusatzkosten sehen können. Darüberhinaus sicherten sich ARD und ZDF das Recht, jeden Tag die wichtigste Partie auswählen zu dürfen.

Das von Kirch in punkto TV-Übertragungsrechte angestrebte Tauschgeschäft - Fußball-WM gegen Olympische Spiele - ging ebenfalls zugunsten von Öffentlich-Rechtlich aus. ARD und ZDF würden von den Olympischen Spielen an private Anbieter und Pay-TV-Sender lediglich Nach- oder Parallelverwertungsrechte weitergeben, so ZDF-Chef Stolte.

Über Kosten für die WM 2006 wird 2003 verhandelt

Bereits vor Wochen hatte sich der Kirch-Konzern mit den öffentlich-rechtlichen Anstalten in den Grundzügen über die Kosten geeinigt. Demnach zahlen ARD und ZDF rund 250 Millionen Mark für 25 Livespiele bei der WM 2002 in Südkorea und Japan.

Über die Summe für das WM-Turnier in Deutschland 2006 finden die Verhandlungen erst 2003 statt. Bisher war davon ausgegangen worden, dass ARD und ZDF für das Turnier im eigenen Land rund 500 Millionen Mark überweisen müssen.

Neben der rechtlichen Regelung in Sachen Fernsehen ist es der ARD ebenfalls gelungen, auch die Live-Berichterstattung via Hörfunk von den Turnieren in Japan und Südkorea sowie Deutschland im Vertrag mit Kirch sicherzustellen.