Wohnsitz-Debatte Zwanziger für Klinsmann-Umzug
Düsseldorf - Zwanziger will Klinsmann nun doch dazu bewegen, seinen Lebensmittelpunkt nach Deutschland zu verlegen. "Ich bin sicher, dass wir Jürgen Klinsmann davon überzeugen können, dass die Leute ihn hier haben wollen", sagte der 60-Jährige und fügte hinzu: "Wenn Jürgen Klinsmann das nicht selbst sieht - aber ich bin sicher, dass er das so sieht."
Statt Drohungen will der DFB-Boss dabei aber allein Argumente
einsetzen. "Da ist kein Machtwort gefragt, sondern
Überzeugungskraft. Mit Auf-den-Tisch-schlagen erreicht man nichts", sagte Zwanziger in Richtung von Kritikern wie Ex-Nationalspieler Günter Netzer, der Klinsmann fehlenden Realitätssinn vorgeworfen und ein entschiedenes Eingreifen Zwanzigers gefordert hatte.
Ein Umdenken im personellen Bereich forderte Zwanziger von
Klinsmann nicht. "Ich bin kein Trainer, und es ist um Gottes Willen nicht meine Aufgabe, die Mannschaft aufzustellen", erklärte der Jurist: "Aber es wichtig, dass wir trotz des deprimierenden Spiels in Italien zu unseren jungen Spielern stehen. Wir haben keine anderen."
Gleichzeitig richtete Zwanziger vor allem an die Fans in Dortmund, wo am 22. März das nächsten Länderspiel gegen die USA stattfindet, einen Appell. Die dortigen Anhänger forderte er trotz der Ausbootung von Lokalmatador Christian Wörns und der permanenten Nicht-Berücksichtigung seines Clubkollegen Sebastian Kehl zur Besonnenheit auf. "Ich kann die Fans in Dortmund nach allem, was passiert ist, gut verstehen", so der DFB-Boss: Aber man müsse Klinsmanns Entscheidungen akzeptieren.
mig/sid