Wohnsitz-Streit: DFB rückt von Klinsmann ab - DER SPIEGEL
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Wohnsitz-Streit DFB rückt von Klinsmann ab

Bislang stand der DFB fest zu Jürgen Klinsmann. Nun mehren sich kritische Stimmen innerhalb des Verbandes. Einige Funktionäre stellen die weitere Zusammenarbeit mit dem Bundestrainer in Frage. Sie fordern von Klinsmann Zugeständnisse für eine Vertragsverlängerung.
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Hamburg – So verlangt etwa DFB-Vizepräsident Hans-Georg Moldenhauer, dass Klinsmann nach Deutschland ziehen müsse. Sonst mache eine Verlängerung des nach der WM auslaufenden Vertrages keinen Sinn. „Die Form, wie es jetzt gehandhabt wird, ist auf Dauer nicht haltbar“, sagte Moldenhauer der „Sport-Bild“. Klinsmann hat einen US-amerikanischen Hauptwohnsitz, er lebt mit seiner Familie in Kalifornien.

Auch Moldenhauers Präsidiumskollege Engelbert Nelle hält das derzeitige Modell für schlecht. Er verweist auf die hohen Flugkosten, die dem DFB durch Klinsmanns Reiseaktivitäten entstünden. „Wir sind nicht dazu da, das Geld zum Fenster rauszuwerfen, wenn es andere Möglichkeiten gibt, das Geld auch im Hause zu behalten und es für Nachwuchsarbeit noch stärker einzusetzen als bisher.“

Nach Nelles Angaben betragen die Flugkosten für Klinsmann rund 100.000 Euro im Jahr. Deshalb sei es nur richtig, wenn bei den Gesprächen über einen neuen Kontrakt der Wohnort des Bundestrainers „Vertragsgegenstand“ sei. Bislang hat Klinsmann offen gelassen, ob er nach der WM (9. Juni bis 9. Juli) weitermachen wird.

Beim gestern zu Ende gegangenen WM-Workshop in Düsseldorf war Klinsmann nicht dabei. Franz Beckenbauer, Chef des deutschen WM-Organisationskomitees, hatte den Bundestrainer deshalb scharf kritisiert: "Er hätte die Pflicht zur Teilnahme gehabt.“ Etliche Politiker hatten sich Beckenbauer angeschlossen. Klinsmann hatte sein Fehlen damit begründet, dass er sich auf die sportlichen Belange konzentrieren wolle. Zudem sei die deutsche Nationalmannschaft durch Manager Oliver Bierhoff und Assistent Joachim Löw gut vertreten.

Doch auch Uefa-Präsident Lennart Johannson, gleichzeitig Vorsitzender der WM-Organisationskommission der Fifa, hatte kein Verständnis für das Fernbleiben des Gastgeber-Trainers. „Natürlich wäre es schön, wenn Klinsmann dabei gewesen wäre", sagte Johannson. Da Löw wegen einer Magen-Darm-Grippe am Abschlusstag des Workshops das Bett hüten musste und Bierhoff nicht mit aufs Bild wollte ("Bin kein Trainer"), fehlte ein Vertreter des DFB auf dem am Ende geschossenen Gruppenfoto.

28 der insgesamt 32 WM-Nationaltrainer waren nach Deutschland gekommen, darunter so prominente Coaches wie Marcello Lippi (Italien), Sven-Göran Eriksson (England), Marco van Basten (Niederlande) und Carlos Alberto Pareira von Titelverteidiger Brasilien. Immerhin ein deutscher Chefcoach war doch dabei. Otto Pfister – der trainiert WM-Neuling Togo.

ach

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