Wolfsburg - Bochum: Der Patient lebt - DER SPIEGEL
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Wolfsburg - Bochum Der Patient lebt

Der neue alte Trainer des VfL Bochum, Rolf Schafstall, hat bei seinem ersten Einsatz einen nicht unwichtigen Punkt im Abstiegskampf gewonnen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wolfsburg - Einst schuf er den Mythos der "Unabsteigbaren", jetzt will Rolf Schafstall beim Bundesliga-Schlusslicht VfL Bochum die Vergangenheit wieder aufleben lassen. "Wir wollten in Wolfsburg zeigen, dass wir noch nicht tot sind, das ist uns gelungen und so muss es weitergehen", sagte der 63 Jahre alte Fußballlehrer, der nach neun Jahren Bundesliga-Abstinenz mit dem 0:0 beim VfL Wolfsburg zumindest einen Teilerfolg verbuchte und auf die Wiederholung früherer Erfolge im Abstiegskampf hofft. Fünf Tage nach seinem Amtsantritt als Nachfolger des glücklosen Ralf Zumdick wollte er das Unentschieden allerdings nicht überbewerten: "Dieses Spiel war vor allem wichtig um zu sehen, wo die Mannschaft steht." Und das blieb auch nach dem ersten Punktgewinn der Bochumer nach vier Niederlagen in Folge der letzte Tabellenplatz.

Wiederbelbung durch den Altmeister


An seinen Fähigkeiten zweifelt Schafstall jedenfalls nicht. "Wer sagt, Trainer sind zu alt, der irrt grundsätzlich", sagte der Trainer-Fuchs und will seine "Wiederbelebungsmaßnahmen" beim "Patienten" VfL erfolgreich fortsetzen. "Ich habe in dieser Woche gesehen, dass Leben in der Mannschaft steckt, deshalb glaube ich, dass wir uns vom Tabellenende lösen können", so der Coach, der die Westdeutschen bereits zwischen 1981 und 1986 sowie als Interimscoach 1991 stets vor dem Abstieg bewahren konnte. Zumindest von der kämpferischen Einstellung her wirkten die Bochumer in Wolfsburg keinesfalls wie ein Absteiger.

Besonders die Defensive, angesichts von 43 Gegentoren bislang die Achillesferse der Mannschaft, stand kompakt und ließ den zuletzt sehr erfolgreichen gegnerischen Stürmern, Andrzej Juskowiak und Tomislav Maric, wenig Freiraum. Im Spiel nach vorne wurde dagegen oft zu unkonzentriert agiert. "Wir wollten vor allem zu Null spielen", erklärte Abwehrchef Thomas Stickroth. Ein Achtungserfolg, den er auch dem neuen Trainer zuschrieb: "Wir haben im Training noch brutaler das Zweikampf-Verhalten geübt."

Nachlegen gegen Stuttgart


Auch an anderer Stelle sieht Schafstall noch Nachholbedarf: "Die Spieler sind körperlich noch nicht hundertprozentig auf der Höhe, da müssen wir bis zum Spiel gegen Stuttgart die Hebel ansetzen." Die Angst, dass die aufkeimende Hoffnung gleich wieder erstickt wird, ist allerdings spürbar. "Wenn wir das nächste Spiel gegen Stuttgart nicht gewinnen, ist auch dieser Punktgewinn nichts wert", so Stickroth.

Mit einem Rückschlag mussten diesmal die Wolfsburger leben. Eine Woche nach dem 3:1 bei Hertha BSC Berlin konnte die Mannschaft von Trainer Wolfgang Wolf nicht nachlegen. Die Niedersachsen vergaben dadurch den Sprung auf einen Uefa-Cup-Platz und drohen bei zwei bevorstehenden Auswärtsspielen den Anschluss zu verpassen. Angreifer Maric nahm seine Kollegen in die Pflicht: "Wir haben hier zwei Punkte verloren, die wir uns am nächsten Samstag in Hamburg zurückholen müssen."

Von Oliver Görz, sid

VfL Wolfsburg - VfL Bochum 0:0
Wolfsburg: Reitmaier - Biliskov, Hengen, Schnoor (84. Rische) - Voss (46. Müller), Akonnor, Weiser - Kühbauer, Munteanu - Juskowiak, Tomislav Maric (69. Akpoborie)
Bochum: van Duijnhoven - Stickroth - Sundermann (71. Fahrenhorst), Milinovic - Bemben, Colding, Schindzielorz (60. Mamic), Meichelbeck - Bastürk - Freier (65. Peschel), Marijo Maric
Schiedsrichter: Berg (Konz)
Zuschauer: 12.318
Gelbe Karten: Biliskov - Milinovic (3)

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