Wolfsburg - Bremen 1-1 "Das war gar nichts"
Wolfsburg - Wolfsburg - Die geteilten Punkte bedeuteten am Ende doppeltes Leid: Beim VfL Wolfsburg und bei Werder Bremen überwog nach dem 1:1 (0:1) im Nordderby der Fußball-Bundesliga der Frust. "Wir haben zuletzt ein paar Big Points zuviel verschenkt", sagte Mittelfeldspieler Dietmar Kühbauer stellvertretend für die enttäuschten Wolfsburger. Und auch bei Werder mochte sich fünf Tage vor dem Uefa-Cup-Spiel bei Girondins Bordeaux niemand so recht über den fünften Auswärtspunkt der Saison freuen: "Das reicht einfach nicht, um nach vorne zu kommen", so Kapitän Frank Baumann.
Acht Spiele in Folge ohne Niederlage sind bei den Wolfsburgern zu einer "Serie ohne Wert" verkommen. So sieht es jedenfalls Kühbauer: "Ich könnte gut mit einer Niederlage leben, wenn wir dafür zweimal mehr gewonnen hätten", so der Österreicher. Vier Unentschieden nacheinander wie auch in den letzten fünf Heimspielen sind dem VfL angesichts des angestrebten Uefa-Cup-Platzes zu wenig. "Man sollte nicht vergessen, auch mal nach unten zu schauen, diese Mannschaften kommen uns immer näher", mahnte Mittelfeldspieler Patrick Weiser.
Dabei hatte Trainer Wolfgang Wolf durchaus positive Ansätze entdeckt. "Unsere Leistung in der zweiten Halbzeit war so, wie ich mir das vorstelle", sagte der Coach. Die erste Hälfte ärgerte Wolf hingegen um so mehr: "Das war gar nichts - so wie immer gegen Bremen. Ich erwarte von meiner Mannschaft einfach, dass sie von Anfang an Gas gibt. Wer weiter so nachlässig ist, wird das in Zukunft beim Training zu spüren kriegen."
Nach einer nervösen Anfangsphase waren die Wolfsburger erst kurz vor dem Seitenwechsel allmählich ins Spiel gekommen. Ausgerechnet in dieser Phase jedoch hatte Bremens Nationalspieler Marco Bode den Platzherren einen Dämpfer verpasst und seinem Team das nicht unverdiente 1:0 (40.) beschert. "Ich habe der Mannschaft in der Pause gesagt, dass sich etwas ändern muss, und das hat sie beherzigt", so Wolf. Die drückende Überlegenheit der Niedersachsen wurde immerhin mit dem Ausgleichstreffer des eingewechselten Tomislav Maric (64.) belohnt.
Dass es trotz weiterer Chancen nicht mehr zum Sieg für den VfL reichte, war nur eine Frage mangelnder Konzentration. Daher konnte Werder-Coach Thomas Schaaf sogar aufatmen. "Wir konnten dem Druck zuletzt nicht mehr Stand halten. Von daher können wir noch zufrieden sein."
Von Oliver Görz
Wolfsburg - Bremen 1:1 (0:1)
0:1 Bode (40.)
1:1 Maric (63.)
Wolfsburg: Reitmaier - Thomsen, Hengen, Kryger - Biliskov (77. Greiner), Nowak (46. Maric), Akonnor, Weiser - Kühbauer - Akpoborie, Juskowiak (90. Rische)
Bremen: Rost - Frings, Eilts, Baumann, Krstajic -
Ernst, Wicky, Bode - Herzog (71. Stalteri) - Ailton (76. Bogdanovic), Pizarro
Schiedsrichter: Keßler (Höhenkirchen)
Gelbe Karten: Nowak (2), Akonnor (5/1), Juskowiak (2) - Wicky (3), Krstajic (2)
Zuschauer: 15.860