Wolfsburg - Nürnberg Anzeichen von Resignation
Wolfsburg - Eine keineswegs brillante Leistung genügte dem VfL Wolfsburg, um gegen eine desolat auftretende Nürnberger Mannschaft, zu einem klarem 5:0-Erfolg zu kommen. Das Debakel der Franken nahm bereits in der 6. Minute seinen Lauf, als Wolfsburgs Brasilianer mit italienischem Pass, Robson Ponte, einen langen Pass von Dietmar Kühbauer auf der linken Seite aufnahm und mit einem Heber über "Club"-Torhüter Darius Kampa zum 1:0 verwandelte. Das taktische Konzept von Trainer Klaus Augenthaler und die wochenlange Vorbereitung der Nürnberger auf das Spiel in Wolfsburg fiel danach zusammen wie Kartenhaus. Tore von Ponte (30.), Petrow (68.) und zwei letzte Nägel in den Sarg des FCN kurz vor Schluss durch Kennedy (87.) und Munteanu (88.) ließen eine Nürnberger Bundesliga-Mannschaft vom Feld trotten, die am 12. Spieltag der Saison ihre Erstligatauglichkeit abgesprochen bekam.
"Wie eine Schülermannschaft"
"Was wir abgeliefert haben, war nicht bundesligatauglich. Wir haben gespielt wie eine Schülermannschaft", zog Augenthaler ein deprimierendes Fazit. Hilflos musste der frühere Nationalspieler mit ansehen, wie sein Team einem Stein gleich im Wasser unterging. Unzählige Abspielfehler verhinderten einen beabsichtigten Spielaufbau, elf Mann ohne Selbstvertrauen standen auf dem Feld. Selbst die vermeintlich einfache Aufgabe, aus elf Metern einen Strafstoß zu verwandeln, misslang "Club"-Stürmer Louis Gomis, als er in der 79. Minute an VfL-Torhüter Claus Reitmaier scheiterte. Die Abwehr der Nürnberger konnten die Kreise von Wolfsburgs Sturmduo Ponte/Petrow nie einengen. "Als Trainer bist du immer der Hauptschuldige", zeigte Augenthaler Anzeichen von Resignation.
Sein Kollege Wolfgang Wolf durfte sich als Sieger feiern lassen und die Entscheidung, sein Team auf vier Positionen zu ändern, erweis sich als richtig. "Ich habe mit der Aufstellung ein deutliches Zeichen gesetzt", erklärte Wolf. Sein Team versuchte sich gleichzeitig an einer neuen Abwehrformation. Frank Greiner und Maik Franz spielten in der Innenverteidigung als Manndecker. Stefan Schnorr saß diesmal auf der Bank. Fast wäre dieses Mischen seiner Karten für Wolf ins Auge gegangen, als Martin Driller in der 3. Minute allein vor Reitmaier auftauchte. Doch der Nürnberger Hoffnungsträger scheiterte ohne Pech am VfL-Keeper, der bereits beim letzten Spiel gegen Bremen glänzte, wo er ebenfalls einen Elfmeter von Ailton hielt.
"Wunderschöne Tore"
Keiner weiß wie die Partie verlaufen wäre, hätte der FCN das Führungstor erzielt, doch nach Pontes Heber drei Minuten später war die Begegnung entschieden und die Wolfsburger trafen nach Belieben. "Wir haben wunderschöne Tore erzielt, das Ergebnis spricht für sich", freute sich der VfL-Coach, der auch schon schwere Wochen in der 39. Bundesligasaison hinter sich hat. Dennoch gibt es keinen Grund zum Übermut, denn seine Mannschaft spielte trotz des Schützenfests nicht ohne Fehler, mit denen die Nürnberger aber nichts anzufangen wussten. Wie trostlos die Franken an diesem Samstag agierten, zeigte sich schon beim Warmlaufen, als sich Abwehrspieler Dieter Frey verletzte und durch Driller ersetzt werden musste.
VfL Wolfsburg - 1. FC Nürnberg 5:0 (2:0)
1:0 Ponte (6.)
2:0 Ponte (30.)
3:0 Petrow (68.)
4:0 Kennedy (87.)
5:0 Munteanu (88.)
VfL Wolfsburg: Reitmaier - Sarpei, Greiner, Franz, Weiser -
Akonnor, Kühbauer (76. Kennedy), Karhan - Ponte, Maric (63.
Munteanu), Petrow (80. Rau)
1. FC Nürnberg: Kampa - Paßlack (70. Stehle), Sanneh, Nikl,
Wiblishauser - Junior, Michalke, Jarolim, Krzynowek - Driller (57.
Möckel), Gomis
Schiedsrichter: Koop (Lüttenmark)
Zuschauer: 11.298
Gelbe Karten: Franz, Sarpei / Gomis