Wütende Schotten Keine Interviews mit Murdoch-Sender
Glasgow - Schottlands Nationaltrainer Berti Vogts hat seinen Spielern vor dem Duell mit der deutschen Nationalmannschaft am Samstag ein Interview-Verbot erteilt. Allerdings bezieht sich die Maßnahme lediglich auf den Fernsehsender Sky Television, deren Berichterstattung Vogts als ungerechte Kritik ansieht. Speziell die Kommentare der beiden ehemaligen schottischen Internationalen, Davie Provan und Charlie Nicholas, stören den Deutschen.
Der frühere Celtic- und Arsenal-Stürmer Nicholas hatte erklärt, dass Vogts' Anstellung als schottischer Nationaltrainer ein Schritt zurück gewesen sei, die Nationalmannschaft unter ihm keinerlei Fortschritte erzielt habe und er keine Hoffnung für die Zukunft sehe.
Vogts hat nun Sky TV, das zum Imperium des australischen Medienmoguls Rupert Murdoch gehört, per Post von seiner Entscheidung informiert. In dem von dem Pressechef des schottischen Fußballverbandes (SFA), Andy Mitchell, unterschriebenen Brief hieß es, dass Sky "den Zugang zu Spielern und Trainer nicht mit fairem Kommentar erwidert hat. Das gilt speziell für Provan und Nicholas", zitierte die in Glasgow erscheinende Tageszeitung "The Herald" aus dem Brief. Aus diesem Grund würden weder Vogts noch sein Trainerstab oder die Spieler für Exklusivinterviews zu Verfügung stehen.
Mit seinem Entschluss dürfte Vogts aber seinen Arbeitgeber vor Probleme gestellt haben. Gegenwärtig führen die SFA und Sky TV nämlich Verhandlungen über einen Vier-Jahres-Vertrag, der dem Sender die Übertragungsrechte für sämtliche Länderspiele sowie alle Spiele im schottischen Pokal geben würde. Sky ist bereit, dafür 37,5 Millionen Euro zu zahlen.