ZDF Calmund gibt Völler frei
Frankfurt am Main - Offiziell hat sich die vom DFB eingesetzte "Task Force" am Dienstag einverstanden erklärt, dass Rudi Völler gleichzeitig als Teamchef der deutschen Nationalmannschaft und von Bayer Leverkusen fungiert. Der 40-Jährige werde beide Ämter bis auf weiteres ausüben, hieß es in Frankfurt am Main.
Nach Informationen des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) soll Bayer Leverkusens Manager Reiner Calmund dem DFB aber bereits zugesagt haben, dass Völler auch über den 31. Mai 2001 hinaus Teamchef der Nationalmannschaft bleiben könne. Dies müsse nur noch vom Bayer-Vorstand abgesegnet werden. Leverkusens Pressesprecher Uli Dost dementierte am Abend umgehend: "Wir halten uns im Gegensatz zum ZDF an die Fakten, die bei beiden Pressekonferenzen verkündet worden sind."
Im Rahmen des Treffens am Dienstagvormittag entschuldigte sich Bayer-Manager Reiner Calmund bei seinem Münchner Kollegen Uli Hoeneß für die öffentlichen Anschuldigungen, die allerdings auf einer falschen Faktenlage beruht hätten. Calmund machte bei dem Treffen glaubhaft, dass er von der Drogenproblematik um den am Samstag als Bayer-Chefcoach zurückgetretenen Christoph Daum keine Kenntnis hatte. Der DFB hatte auf Grund der positiven Haaranalyse Daums den Handschlagvertrag mit dem Fußball-Lehrer als Bundestrainer ab 1. Juni 2001 sofort gelöst.
"Wir müssen versuchen, einige Zeit so über die Runden zu bringen", so Völler, der bereits am Mittwoch im Champions League-Spiel bei Spartak Moskau wieder auf der Leverkusener Bank sitzen wird. Wie lange es dauern wird, bis eine Entscheidung getroffen ist, konnte in Frankfurt niemand sagen. "Wir versuchen eine Entscheidung zu finden, mit der alle Beteiligten leben können", sagte Völler, der sich aber im Klaren ist: "Ich selbst werde letztendlich vor der Frage stehen, wie sieht meine Zukunft aus."