Zwangspause Parreira wirft Ronaldo raus
Rio de Janeiro - "Ronaldo hat gesagt, dass er zurzeit wegen persönlicher Probleme nicht in der Lage ist, für die "Seleção" zu spielen. Deshalb haben wir beschlossen, ihn aus dem Kader zu nehmen", erklärte Parreira, der sich mit dem Superstar seit Wochen eine Dauerfehde um den Einsatz beim Konföderationen-Pokal vom 15. bis 29. Juni in Deutschland geliefert hatte.
Der Angreifer von Real Madrid reagierte überrascht auf seine Ausbootung: "Ich war vorbereitet auf die beiden Spiele, muss die Entscheidung aber akzeptieren." Ronaldo begründet seine Absage mittlerweile auch mit persönlichen Problemen. Anfang Mai hatte er sich von seiner Lebensgefährtin Daniella Cicarelli getrennt. "Ich brauche Zeit, um diese Dinge zu verarbeiten", sagte Ronaldo.
Parreira dementierte jedoch einen Machtkampf mit dem 28-Jährigen. Die Nationalmannschaft sei kein Podium für Gegenschläge oder Ressentiments. "Doch es ist besser, wenn wir in beiden Spielen auf ihn verzichten", sagte der Trainer, der mit der "Seleção" 1994 den WM-Titel gewonnen hatte.
Hoeneß regt Marcelinho-Einsatz an
Die Brasilianer belegen momentan Platz zwei in der WM-Qualifikation hinter Argentinien. Die Torschützenliste der Südamerika-Gruppe führt ausgerechnet Ronaldo mit acht Treffern an. Beim wichtigen 3:1-Sieg im ersten Spiel gegen Argentinien hatte er für den amtierenden Weltmeister drei Tore erzielt. Anstelle von Ronaldo soll Stürmer Grafite vom FC São Paulo die nötigen Treffer beisteuern.
Zudem könnten durch Ronaldos Fehlen die Chancen eines bislang Verschmähten auf einen Einsatz im Nationalteam gestiegen sein: Marcelinho. Der Berliner Bundesliga-Profi ist nach Meinung von Hertha-Manager Dieter Hoeneß durchaus ein ernstzunehmender Ersatz: "Nachdem er gerade von seinen Kollegen in der Bundesliga zum Spieler des Jahres gewählt wurde, hätte er eine Chance verdient."