Gewogen
Woche für Woche warf Schwedens 27jähriger Leichtathlet Erik Umedalen den Hammer ein paar Zentimeter weiter. Er brach den Rekord seines Malmöer Klubs, stellte einen Landesrekord auf, verbesserte ihn zweimal, schleuderte den Hammer über die Europa-Rekordmarke hinweg und warf die Jahres-Weltbestleistung.
Dann kam ein Weltrekordwurf. Unter dem tosenden Jubel seiner Landsleute überbot Erik Umedalen den 59-Meter -Rekord des Deutschen Blask um 17 Zentimeter.
In der Rekordliste des Internationalen Leichtathletikverbandes bleiben aber Blasks 59 Meter stehen. Umedalen hatte nämlich, ebenso wie voriges Jahr der Deutsche Lampert bei seinen Diskusrekordwürfen, wissentlich ein zu leichtes Gerät benutzt. Als Kampfrichter, mit grüner Binde getarnt, hatte er vor dem Wettbewerb einen um 500 Gramm zu leichten Hammer in den Ring gelegt, während er beim Wiegen vor dem Wurf den Offiziellen ein genormtes Gerät vorgezeigt hatte.
Der Internationale Leichtathletikverband berät jetzt über die Sanktionen gegen den Schweden. Seine Klubfreunde glauben, daß das Urteil »lebenslängliche Disqualifikation« heißen wird. Sie sind betrübt darüber, denn Erik Umedalen war ihre große Hoffnung. Nicht nur im Hammerwerfen. Er hält - die Abnehmer betonen: mit genormtem Gerät - den 1672 -Zentimeter-Europarekord im Kugelstoßen.