Soloseglerin Joschke bei der Vendée Globe »Es ist im Boot ja wie in einer Waschmaschine«
Isabelle Joschke
SPIEGEL: Sie sind jetzt 59 Tage auf See und haben zuletzt ziemlich aufregende Tage hinter sich – nach drei Vierteln der Vendée Globe wäre es für Sie fast vorbei gewesen. Können Sie beschreiben, was genau vorm Kap Horn passiert ist?
Joschke: Ich habe ziemlich viel Schaden am Boot erlitten. Erst brach das Windinstrument für den Autopiloten. Dann riss das Segel. Es sind ziemlich viele Gewitter im Süden. Ein paar Stunden später ist die Hydraulik kaputtgegangen, mit der ich die Neigung des Kiels verstellen kann. Ich muss ihn jetzt immer mittig halten. Es ist nicht gefährlich, ich kann aber nur noch langsam segeln. Ich will jetzt einfach nur noch irgendwie ankommen.
SPIEGEL: Das klingt frustrierend – zwischenzeitlich lagen Sie auf Platz fünf.
Joschke: Das war sehr stressig. Ich hatte viel Wind in diesen Situationen, bis zu 30 Knoten (Windstärke 7). Es war mitten in der Nacht und ziemlich schrecklich. Es war anstrengend und enttäuschend. Ich war so müde, als ich Kap Horn passiert hatte und wieder im Atlantik war. Ich hatte das Gefühl, ich hätte kein Segel mehr hochziehen können. Aber langsam geht es wieder.