Javier Tebas: Real Madrid fordert nach Nazivergleich Rücktritt von Liga-Chef - DER SPIEGEL
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Schiedsrichterdebatte Real Madrid fordert nach Nazivergleich Rücktritt von Liga-Chef

Der Streit zwischen Real Madrid und dem spanischen Liga-Chef Javier Tebas eskaliert. Der Club drängt den Funktionär wegen eines Goebbels-Vergleichs zum Rücktritt. Der kontert mit einem schweren Vorwurf.
Javier Tebas, Präsident von LaLiga
Javier Tebas, Präsident von LaLiga

Javier Tebas, Präsident von LaLiga

Foto: Albert Gea / REUTERS

Spaniens Liga-Boss Javier Tebas hat mit einem Nazivergleich in der Schiedsdichter-Debatte um Real Madrid den Zorn des Rekordmeisters auf sich gezogen. Real kritisiert Tebas in einer Stellungnahme scharf und forderte ihn erneut zum Rücktritt vom Präsidentenamt auf.

Tebas hatte zuvor öffentlich kritisiert, dass der vereinseigene Fernsehsender von Real regelmäßig Zusammenschnitte von Szenen zeigt, die der Club als gravierende Fehlentscheidungen der Unparteiischen einstuft. Tebas verglich diese Taktik mit den Methoden von Joseph Goebbels, dem Propagandaminister in der Zeit des Nationalsozialismus: »Systematische Wiederholung, Konstruktion eines Feindes und Unterordnung der Fakten an die Erzählung.«

Der spanische Rekordmeister reagierte mit einer Stellungnahme:  »Real Madrid hält es für absolut unerträglich und äußerst schwerwiegend, dass jemand in zwei Spitzenpositionen des spanischen Fußballs die Propagandamethoden des Vereins mit denen des NS-Regimes vergleicht, um den Verein, seine Führung und seinen Fernsehsender zu diskreditieren«, heißt es. »Die Klarstellung, dass er sich nicht auf die NS-Ideologie bezieht, ändert nichts an dem zutiefst beleidigenden, moralisch verwerflichen und institutionell unwürdigen Charakter seiner Äußerungen.«

Tebas antwortete auf der Plattform X direkt auf das Real-Statement – erneut mit unversöhnlichen Worten. »Mein Fazit: Sie wollen den nationalen Wettbewerb ZERSTÖREN. Was ihnen bisher mit der Superliga nicht gelungen ist, versuchen sie nun mit einer verzerrten Darstellung in ihren Medien und durch ihre Sprachrohre«, schrieb der 64-Jährige: »Wenn ihr in gutem Glauben handelt, widerlegt das Falsche, erklärt das Wahre und nennt ALLE Fakten. Danach könnt ihr weiterhin meinen Rücktritt, meine Disqualifikation oder meinen sozialen ›Tod‹ fordern.«

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»Das wiederholte Verhalten von Javier Tebas zeugt von einem Mangel an Neutralität, Respekt und Unparteilichkeit, der mit seinen institutionellen Pflichten unvereinbar ist«, ließ Real Madrid verlauten. Aus Sicht des Clubs seien die Äußerungen und das Verhalten von Tebas nicht mit den Prinzipien des Respekts, der Neutralität und der Integrität von Sportinstitutionen vereinbar. Daher forderte Real dessen »sofortigen Rücktritt« als Liga-Chef und auch als Vizepräsident des spanischen Fußballverbandes.

Real Madrid liegt seit Längerem im Streit mit dem spanischen Schiedsrichterwesen. Der Club um Präsident Florentino Pérez kritisiert vermeintliche Benachteiligungen und nutzt Real Madrid TV, um strittige Entscheidungen öffentlich anzuprangern. Außerdem hat der Verein bei der Europäischen Fußball-Union Uefa im Streit mit dem FC Barcelona um Zahlungen an einen Schiedsrichter-Funktionär eine Beschwerde eingelegt.

jah/dpa

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