Kunst
Vorhang hoch für Christo in den Rocky Mountains: Durch seinen australischen Erfolg von 1969 -- neun Hektar verschnürter Felsküste -- befeuert, wagt sich der unermüdliche Einpackkünstler an ein neues Monumentalprojekt. Diesmal will er US-Gebirgstouristen mit 23 000 Quadratmetern Nylongewebe den Blick durch die Rifle-Schlucht westlich Denver verhängen -- eine zu diesem Zweck gegründete »Valley Curtain Corporation« hat soeben das letzte Placet der Behörden von Colorado empfangen. Seit Monaten ist das Terrain gepachtet; schon sind Verankerungen für jene Kabel in den Boden eingelassen, an denen der Vorhang -- bis zu 381 Meter breit -- durch den Canyon hängen soll; vier Wochen lang hatten acht Näher zu tun, das Tuch aus 426 orangefarbenen Planen zusammenzustücken. Am 15. August soll der Vorhang, der eine Öffnung für den Straßenverkehr läßt, aufgezogen werden, und wenn er einen Monat später fällt, dann doch nicht in Vergessenheit: Das Unternehmen, für das (auch deutsche) Spender rund 200 000 Dollar aufzubringen hatten, wird verfilmt und vom Stuttgarter Hatje-Verlag in einem Buch dokumentiert.