Mannheim: Pokal-Derby gegen Kaiserslautern eskaliert – Polizei rückt mit Hundertschaft und Pferdestaffel an - DER SPIEGEL
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Kaiserslautern siegt in der Verlängerung Polizei rückt mit Hundertschaft und Pferdestaffel an

Beim Pokal-Derby SV Waldhof Mannheim gegen Kaiserslautern eskaliert in der Nachspielzeit die Situation auf dem Rasen. Fans versuchen auf den Platz zu stürmen. Die Polizei riegelt eine Tribüne ab, das Spiel wurde unterbrochen.
Berittene Polizisten auf dem Feld im Carl-Benz-Stadion in Mannheim während der Spielunterbrechung
Berittene Polizisten auf dem Feld im Carl-Benz-Stadion in Mannheim während der Spielunterbrechung

Berittene Polizisten auf dem Feld im Carl-Benz-Stadion in Mannheim während der Spielunterbrechung

Foto:

Heiko Becker / REUTERS

Tumultartige Szenen, ein Platzsturm und Polizisten mit Pferden auf dem Rasen haben das Last-Minute-Weiterkommen des 1. FC Kaiserslautern in der ersten DFB-Pokalrunde beim SV Waldhof Mannheim überschattet. Nach einer Verlängerung siegte der FCK mit 1:0. Den entscheidenden Treffer für den Fußball-Zweitligisten erzielte Ibrahim Kanaté in der 120. Minute, wenige Momente vor einem möglichen Elfmeterschießen.

Kurz nach Abpfiff der regulären Spielzeit mussten Einsatzkräfte der Polizei und berittene Polizisten eingreifen, um die Situation im brisanten Südwest-Derby wieder unter Kontrolle zu bringen. Nach einer Rudelbildung der Spieler warfen FCK-Fans Feuerwerkskörper auf das Spielfeld. Wie die »Bild« berichtet , geriet Kaiserslauterns Kapitän Marlon Ritter mit mehreren Mannheimer Spielern aneinander.

Zeitweise stand die Fortsetzung des Spiels auf der Kippe. Mit etwa 20-minütiger Verspätung pfiff Schiedsrichter Robert Schröder die Verlängerung dann aber doch wieder an.

Den Vereinen drohen hohe Strafen

Lauterns Geschäftsführer Thomas Hengen fand deutliche Worte. «Das ist ein Derby, da sind die Emotionen groß, so etwas darf aber nicht ausarten. Das schadet uns, das schadet allen, das schadet dem Fußball», sagte der Ex-Profi bei Sky. Für ihn war das Einschreiten der Polizei und das umsichtige Agieren des Schiedsrichterteams entscheidend, dass es nicht zum Spielabbruch kam. Auf dem Platz sei es aber ein faires Derby gewesen.

Beiden Vereinen drohen nun empfindliche Strafen durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB). «Der Sonderbericht wird entsprechend lang sein», sagte Referee Schröder bei Sky.

Waldhof-Geschäftsführer Gerhard Zuber hätte sich auch einen Abbruch vorstellen können. «Wenn Raketen in den Familienblock geschossen werden, ist das Maß überschritten. Da muss man irgendwann konsequent sein und vielleicht nicht mehr weiterspielen.»

Feindschaft hat Tradition

Die beiden Fan-Lager sind seit den frühen 1980er Jahren verfeindet und lieferten sich auch an diesem Abend ein aufgeheiztes Duell auf den Rängen. Schon wenige Minuten nach Spielbeginn unterbrach Schiedsrichter Schröder die Partie. Grund war zunächst Pyrotechnik aus dem Block der Gäste.

Die Heimfans warfen Gegenstände in Richtung FCK-Keeper Julian Krahl und zündeten ebenfalls Feuerwerkskörper. Nachdem der Rauch verzogen war, pfiff der Unparteiische die Begegnung wieder an.

Auch auf dem Feld ging es ordentlich zur Sache. Die »Roten Teufel« – in dieser Saison noch ohne Pflichtspieltor – hatten zwar mehr Kontrolle über das Spiel. Die besseren Möglichkeiten erspielten sich jedoch erst einmal die Mannheimer. Erst vergab Kushtrim Asallari (12. Minute) aus kurzer Distanz und nach einer knappen halben Stunde scheiterte Julian Rieckmann. Kurz vor der Pause übte dann auch Kaiserslautern mehr Druck aus, blieb aber glücklos.

Die zweite Hälfte begann mit Verspätung – erneut war Pyrotechnik der Auslöser für die Verzögerung. Allerdings erklärte das Polizeipräsidium Mannheim auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa, die Bilanz des Einsatzes rund um das Carl-Benz-Stadion sei zumindest bis zur Eskalation nach der regulären Spielzeit »positiv« und »ohne nennenswerte Zwischenfälle« verlaufen.

msh/mel/dpa

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