Oh, wie schön ist Panama - DER SPIEGEL
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FUSSBALL Oh, wie schön ist Panama

Der Transfer des Stürmers Claudio Pizarro zum FC Bayern kostete den Verein und dessen Ausrüster Adidas insgesamt fast 53 Millionen Euro. Viel zu viel Geld für einen Profi, der nie zum Star wurde. Das Vertragswerk beleuchtet das Finanzgebaren im globalen Fußball.
• aus DER SPIEGEL 22/2009
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das Viertel San Isidro in Lima ist ein Ort der Ruhe. Es gibt schöne Villen mit weitläufigen Gärten, einen Golfplatz, kleine Cafés. Der Spielervermittler Carlos Delgado, ein Star unter den südamerikanischen Fußballhändlern, wohnt dort schon seit Jahren. Ihm gehört ein großzügiges Appartement im obersten Stockwerk einer modernen Wohnanlage. Es hat eine Alarmanlage, eine massive Eingangstür und gutgesicherte Fenster.

Die elegant gekleidete Frau, die an einem Sommertag vor zwei Jahren vor der Türe stand, hatte dennoch keine Mühe, sich Einlass zu verschaffen.

Es war Delgados Verflossene, Fiorella Faré, ein ehemaliges Unterwäsche-Model, die beiden hatten sich einige Wochen zuvor getrennt, doch sie besaß noch einen Schlüssel. Delgados Bruder, der auf die Wohnung aufpassen sollte, wollte Faré eigentlich gleich wieder rauswerfen, doch sie erklärte dem Schwager, nur ein paar Kleidungsstücke abholen zu wollen. Nach einer halben Stunde verließ Fiorella das Domizil wieder - im Schlepp zwei schwerbepackte Rollkoffer.

Die Rache einer Frau kann brutal sein. Bei ihrem Beutezug 2007, so viel ist heute sicher, packte Faré keine Kleider ein, dafür kiloweise Geschäftsunterlagen ihres Ex, darunter Spielerverträge, Rechnungen und Kontoauszüge. Sie habe die Dokumente, insgesamt rund 4000 Seiten, rein zufällig gefunden, beteuert Faré. Zufällig landeten die Unterlagen Anfang des Jahres dann auch bei der Staatsanwaltschaft in Lima.

Delgado ist ein vom Fußball-Weltverband Fifa anerkannter Agent, gegen ihn wird nun wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche ermittelt. Delgado bestreitet die Vorwürfe. Verstrickt in die Affäre, die als Scheidungskrieg begann, ist auch der bekannteste peruanische Fußballer, der Stürmer Claudio Pizarro, von Bundesligist Werder Bremen. Er ist ein enger Freund von Delgado und seit Jahren auch dessen wichtigster Klient. Vor einigen Wochen sollte Pizarro in Lima vor Gericht aussagen, ließ den Termin aber verstreichen.

Ein anderer Geschäftspartner Delgados in Bremen verlor seinen Job. Mitte März legte Jürgen Born das Amt des Werder-Clubchefs nieder. Er soll sich auf unsaubere Geschäfte mit dem Peruaner eingelassen haben. Born bestreitet das.

All diese Belege finden sich in dem Material, das Fiorella Faré eingesackt hatte. Es sind Dokumente aus einer absurden Welt. Sie erlauben einen seltenen Einblick in das Geschäft mit Fußballern aus Südamerika. Es geht um Transfers, die abgewickelt wurden über Banken in Steueroasen wie Panama, auf den Bahamas und in Miami. Gerechnet wird meist in netto, nur selten in brutto. Es geht um fragwürdige Firmenkonstruktionen und verschobene Gelder. Es geht um irrwitzige Summen, es geht um Gier.

Besonders gut dokumentiert ist die Transfergeschichte Pizarros, eines Spielers, der nie ein Weltstar war, aber wie einer bezahlt wurde. Er spielte in Europa zuerst für Werder, wechselte zum FC Bayern, dann nach England zum FC Chelsea. In dieser Saison kickt er auf Leihbasis noch mal für Bremen. Am Samstag steht Pizarro im Finale um den DFB-Pokal.

Es ist vor allem der Transfer nach München, der zeigt, wie Spieler und ihre Berater um Millionen verhandeln und wie enthemmt auf der anderen Seite Clubs operieren, wenn es darum geht, einen talentierten Torjäger zu verpflichten.

Pizarro und Delgado stammen beide aus Mittelschichtfamilien. Pizarros Vater war Offizier bei der Marine. Delgado, aufgewachsen im südperuanischen Arequipa, arbeitete in den Neunzigern als Manager in mehreren Hotels in Europa. Sie lernten sich in Lima kennen, zogen gemeinsam durchs Nachtleben. Claudio hatte das Talent, mit 20 Jahren war er schon Nationalspieler, Delgado verfügte über Geschäftssinn und Kontakte.

Mit der Hilfe Delgados schaffte Pizarro schnell den Sprung nach Europa. Sein Berater hatte gute Verbindungen zu Werder Bremen. 1999 wechselte Pizarro von Alianza Lima an die Weser, es war Delgados erster großer Deal.

Pizarro gelang bei Werder sofort der Durchbruch, in seiner zweiten Saison schoss er 19 Tore, und damit öffnete sich für ihn und seinen Agenten ein neues Fenster. Der Weg zum ganz großen Geld war frei.

Es waren wilde Zeiten im Sommer 2001. Real Madrid war dabei, die Ära der »Galácticos« zu begründen und gab bis dahin unvorstellbare Summen aus. Für Weltstars wie den Portugiesen Luís Figo und den Franzosen Zinédine Zidane bezahlten die Spanier mehr als 130 Millionen Euro.

Auch eine deutsche Mannschaft befand sich im Rausch. Der FC Bayern hatte die Champions League gewonnen, der Club wurde in den Medien als »FC Deutschland« gefeiert. Um auch auf europäischer Ebene weiter ganz oben mitzuspielen, musste jedoch bei den Stürmern aufgerüstet werden. Die Münchner nahmen Claudio Pizarro vom Ligarivalen Werder Bremen ins Visier.

Im zweiten Stock der Geschäftsstelle des FC Bayern liegt blauer Teppichboden mit dem eingewebten Emblem des Clubs. Der Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat seinen Finanzmann Karl Hopfner mitgebracht. Es gibt Espresso. Rummenigge redet wenig, Hopfner versucht sich zu erinnern. Gehaltsverhandlungen mit Südamerikanern seien nie einfach, die mit Pizarro, der eine festgeschriebene Ablöse von 7 Millionen Dollar kostete, waren besonders hart.

Die Summen, die sein Berater aufrief, waren enorm. Delgado forderte 7 Millionen Dollar für einen Vierjahresvertrag. Netto. Und 8 Millionen Dollar Handgeld. Ebenfalls netto. Inklusive aller fälligen Abgaben hätten Pizarros Gehaltswünsche den Rekordmeister gut 30 Millionen Dollar gekostet, zum damaligen Zeitpunkt rund 35 Millionen Euro. Plus 7 Millionen Dollar als Ablöse an Bremen, dazu noch die üblichen Vermittlungsprovisionen.

Beim FC Bayern gingen bislang sogar die härtesten Kritiker davon aus, dass der Club seine Transfers, wie Manager Uli Hoeneß stets betonte, vom Festgeldkonto bezahlte. Im Fall Pizarro reichte das offensichtlich nicht aus.

Sein Berater Delgado blieb hart bei den Verhandlungen. Das Ergebnis findet sich in einem »Agreement« vom 31. Mai 2001 wieder, auf dem Briefpapier des FC Bayern, das heute die Beteiligten in Erklärungsnöte bringt.

Darin garantiert der Club dem Südamerikaner neben einem Netto-Grundgehalt von 7 Millionen Dollar bis 2005 auch die geforderten 8 Millionen Dollar netto Handgeld. Allerdings sollte diese »Signing on fee« nicht vom FC Bayern bezahlt werden, sondern von einem starken Partner: dem Sportartikelkonzern Adidas.

Die Netto-Mentalität mancher Fußballprofis hat schon viele Vereinsvorstände ins Schwitzen gebracht. Aber es gibt Modelle, wie man die hohen Abgaben umgehen kann. Zum Beispiel indem man mit den Spielern Verträge über die Abtretung von Persönlichkeitsrechten abschließt und das Geld dafür ins Ausland transferiert. Oder man besorgt dem umworbenen Kicker einen hochdotierten Werbevertrag, der sich als Scheingeschäft entpuppt. Immer wieder gab es dabei Ärger mit dem Finanzamt.

Adidas gehören seit 2002 zehn Prozent der FC Bayern AG. Der Adidas-Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer sitzt dort im Aufsichtsrat. Man pflegt gute Beziehungen, Hainer verfolgt Bayern-Spiele oft in Freizeitklamotten in einer Loge der Allianz-Arena. Man duzt sich.

Der Firmenname Adidas taucht in dem Vertrag des Clubs mit Pizarro, der knapp zwei Wochen später von Rummenigge und dem Spieler unterzeichnet wurde, nicht auf. In einer vertraulichen Nebenvereinbarung ("nur zwei Originale, keine Kopien") zur Absicherung des Deals heißt es, der FC Bayern stehe für die 8 Millionen Dollar netto Handgeld gerade.

Tatsächlich aber zahlte, wie geplant, Adidas. Der entsprechende Vertrag datiert vom 4. März 2002. Von einem Handgeld ist dort nicht mehr die Rede, sondern von einem Werbevertrag. Inzwischen geht es nicht mehr nur um 8 Millionen Dollar netto, sondern um viel, viel mehr.

Der Werbevertrag, gestreckt auf acht Jahre, war ein gigantischer Deal. Vor dem Abschluss hatte sich Carlos Delgado schlaugemacht bei einem Steuerbüro in der Münchner Leopoldstraße. Die Finanzexperten wunderten sich über den Mann in Cowboystiefeln und dessen Anliegen: Welchen Bruttobetrag man brauche, um nach deutschem Steuerrecht am Ende 8 Millionen Dollar netto in der Tasche zu behalten?

Die Steuerberater rechneten Einkommensteuer, Kirchensteuer und Gewerbesteuer sowie den Solidaritätszuschlag hinzu. Laut den Vertragsunterlagen zwischen Adidas und Pizarro waren nun 21,583 Millionen Dollar fällig.

21,583 Millionen Dollar. Beim damaligen Umrechnungskurs 25 Millionen Euro. Das ist eine Menge Geld für einen Werbe-Deal mit einem Fußballer aus Peru, der international noch nichts gewonnen hat. Der deutsche Nationalspieler Michael Ballack, in seinen vier Jahren bei Bayern München ebenfalls bei Adidas unter Vertrag, kassierte damals als prominentester deutscher Fußballprofi jährlich etwa eine halbe Million Euro. Pizarros Bayern-Kollege Jens Jeremies, 2002 immerhin Vizeweltmeister, bekam aus Herzogenaurach annähernd 100 000 Euro jährlich. Der Vertrag mit Adidas katapultierte Pizarro in eine Liga mit der Werbeikone David Beckham. Aber worin bestand die Gegenleistung?

In den großen Kampagnen der Firma seit 2002 war Pizarro kaum zu sehen. In Deutschland, sagt ein Experte, tendiere »der Marktwert eines ausländischen Profis, von Typen wie Ribéry abgesehen, gegen null«. Und Peru, dessen Nationalteam 1982 zum letzten Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei war, ist nicht gerade das, was man einen Schlüsselmarkt für Adidas nennen könnte. »Ein Kontrakt über eine derart lange Laufzeit ist völlig unüblich - schon gar nicht in dieser Größenordnung und erst recht nicht für einen Spieler wie Pizarro«, sagt ein Vermarktungsprofi.

Auf der Geschäftsstelle des FC Bayern zucken Hopfner und Rummenigge mit den Schultern. An dem Handel gebe es nichts Anrüchiges. Der Vertrag und »alle damit zusammenhängenden Zahlungen und Vereinbarungen« seien durch die Finanzbehörden geprüft worden. Ohne Beanstandungen. Aber warum bezahlt Adidas so viel Geld? Die Bayern-Bosse zucken noch mal mit den Schultern. Na ja, im modernen Fußballgeschäft gehe es halt oft um hohe Summen.

Warum beteiligt sich Adidas an einem Transfer des FC Bayern? War es ein Freundschaftsdienst, eine Art Darlehen, das beim nächsten Sponsoringvertrag verrechnet wurde?

Bei Adidas hält man sich bedeckt. Mit dem Vertrag sei eine Werbegarantie des FC Bayern erfüllt, in der »die Persönlichkeitsrechte von Herrn Pizarro zur exklusiven werblichen Nutzung erworben wurden«. Die Abwicklung des Vertrags mit Pizarro habe seitens der Firma »allen steuerlichen Erfordernissen entsprochen«, so heißt es in einer schriftlichen Erklärung. Man habe seinerzeit gedacht, Pizarro sei ein Mann der Zukunft, wollte ihn als Werbefigur für den südamerikanischen Markt aufbauen. Sie setzten so sehr auf Pizarro, dass sie seinem Berater auch noch 500 000 Dollar zahlten für den Internet-Auftritt des Spielers. »Dieses Potential«, schreibt Adidas, »trauten wir dem Spieler zu.«

Vielleicht stimmt das. Aber dann war es für Adidas ein verdammt schlechtes Geschäft. Pizarro wurde nie zum internationalen Star.

Für Delgado und Pizarro, die zwei Kumpel aus Lima, bedeutete der Deal mit den Bayern indes den Start in ein tolles neues Leben. Sie kauften Discotheken, Rennpferde, Immobilien. Und irgendwann verlor Delgado wohl jedes Maß.

Er kassierte für den Wechsel Pizarros nach München doppelt. Erst verlangte er von den Bayern 1,5 Millionen Dollar Provision, dann stellte er auch seinem Zögling eine Rechnung über 2,25 Millionen Dollar für die Vertragsvermittlung. Ein Verstoß gegen den Fifa-Kodex für Spielerberater, Artikel 19. Delgado jedoch will darin keinen Verstoß erkennen.

Bayern-Finanzchef Hopfner wundert sich, als er von dem Vorgang erfährt. Dass Delgado doppelt kassiert hat, davon habe man nichts gewusst. Die Münchner haben sich inzwischen eine Kopie von der auf grünes Papier gekritzelten Rechnung besorgt.

Pizarro hat sich über die Millionenrechnung seines Freundes wohl nie beschwert. Warum auch? Er konnte sie als Werbungskosten absetzen. Und auch mit Hilfe des Adidas-Vertrags sparte der Profi in Deutschland Steuern. Am 4. März 2003, genau ein Jahr nach Inkrafttreten des Adidas-Vertrags, stellte Delgado seinem Freund Pizarro eine Rechnung in Höhe von 2,1583 Millionen Dollar für »den Vertrag des Spielers Claudio Pizarro mit dem Unternehmen Adidas«. Absender des Schreibens: die Firma International Management Agency S. A. mit Sitz in Panama-Stadt. Eine seltsame Rechnung: Sie ist handgeschrieben, es fehlt die Bankverbindung, wohin das viele Geld fließen sollte.

Pizarro wusste offenbar, was zu tun war. Drei Tage später gingen die Millionen auf einem Konto der Firma International Management Agency mit der Nummer 101403319 bei der BAC International Bank in Panama ein. Geschäftsführer der Agentur: Pizarros alter Kumpel Delgado.

Panama gilt als eine der verschwiegensten Steueroasen der Welt. Allein in der Hauptstadt Panama-Stadt existieren Hunderttausende Briefkastenfirmen, deren Besitzer nur der örtliche Treuhänder kennt. Steuer- und Ermittlungsbehörden aus der ganzen Welt stoßen in diesem diskreten Finanzplatz an ihre Grenzen.

Auch das Finanzamt München IV, das für Pizarro zuständig war, hatte wohl Probleme damit, dass der Fußball-Großverdiener so viel Geld in die Steueroase transferierte - und dann die Millionenzahlungen an seinen Berater Delgado hierzulande steuermindernd geltend machte.

Von September 2004 bis Frühjahr 2008 beschäftigten sich ein Betriebsprüfer und ein Auslandsexperte der Oberfinanzdirektion München mit Pizarros Steuersparmodell. Erst als sie Ende Oktober 2007 von Delgado ein in Lima notariell beglaubigtes Schreiben erhielten, dass Pizarro an der in Panama ansässigen International Management Agency »weder beteiligt noch wirtschaftlich begünstigt« sei, ließen sie von dem Fußballer ab.

Zweifel bleiben. Pizarros Partner Delgado hat ein seltsames Firmenkonstrukt gezimmert. Neben der International Management Agency im Steuerparadies Panama besitzt er ein weiteres Unternehmen in der peruanischen Hauptstadt Lima. Der Name: International Managers Agency. An dieser Firma ist Pizarro, was die deutschen Finanzbehörden bei dessen Betriebsprüfung nicht wussten, seit spätestens April 2005 mit 30 Prozent der größte Aktionär. Beide Firmen benutzen auf ihrem Briefpapier das identische Logo, sie trugen sogar mal den gleichen Namen - bis Delgado die Firma in Peru marginal von Management in Managers umbenannte.

In Lima arbeiten seit Wochen die Anwälte von Fiorella Faré daran, die Geschäftsverbindung von Pizarro und Delgado offenzulegen. Die Juristen haben Tausende von Aktenseiten durchgearbeitet, sie glauben, dass Pizarro von Delgados Firma in Panama profitiert hat. Die Firma in Panama sei nur gegründet worden, um den »tatsächlichen Geschäftsverkehr« von Delgado und Pizarro »zu verschleiern«. Wenn dem so wäre, hätte sich Pizarro in Deutschland womöglich der Steuerverkürzung schuldig gemacht.

Delgado sagt, Pizarro sei weder Nutznießer noch Beteiligter an der Firma in Panama gewesen. Pizarro selbst hat sich gegenüber dem SPIEGEL nicht geäußert.

Er hat eine gute Saison für Werder Bremen gespielt. Trotz des Ärgers in Peru wirkt er gelassen, er hat bisher stets alle Vorwürfe bestritten, in Interviews sagte er, er habe sich nichts vorzuwerfen. Womöglich geht er zum FC Chelsea zurück, es hieß schon, sie wollten ihn nicht mehr bei Werder. Niemand weiß ja, was noch alles ans Licht kommt.

In Lima läuft weiterhin die Fiorella-Show. Sie gibt Interviews, taucht in Talkshows auf, immer gutgekleidet, immer sieht sie großartig aus. Neulich sagte sie in eine Kamera: »Die Wahrheit muss auf den Tisch, darum geht es mir.« Dann wanderte ihr Blick nach unten, sie wischte sich eine Träne aus dem Gesicht.

Sie ist ein gefährlicher Gegner.

Faré ist jetzt mit dem Anwalt Julio Vignati liiert, der ihren Kampf um Unterhalt gegen Delgado organisiert. Sie will zehn Millionen Dollar.

Eine ganze Armee internationaler Top-Anwälte hat sich ihres Falls angenommen. 40 Prozent der Summe, die am Ende der Schlacht eingeklagt wird, soll den Juristen gehören. Es ist eine Kopfgeldjagd.

Bei allen Vereinen, mit denen Delgado in den vergangenen Jahren zu tun hatte, werden die Bilanzen untersucht, um Geldströme zu finden. Faré hat ihre Juristen-Truppen in Italien, in Spanien, in England und auch in Deutschland stehen.

Vielleicht wird Pizarro nächste Saison für Chelsea spielen. Vielleicht ziehen er und sein Berater Delgado in eine andere europäische Topliga weiter.

Fiorella Faré wird ihnen auf den Fersen bleiben. JENS GLÜSING, GERHARD PFEIL,

JÖRG SCHMITT, MICHAEL WULZINGER

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