Olympia 2024: Ruderer Julius Christ fährt als Ersatzmann im Achter ins Finale - DER SPIEGEL
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Als Ersatzmann im Achter ins Finale Ruderer J. Christ kann übers Wasser fahren

Ein deutscher Ruderer sorgt bei den Olympischen Spielen nicht nur durch Leistung für Aufsehen. Hat J. Christ auf dem Wasser einen unfairen Vorteil?
Julius Christ mit seinem Partner Sönke Kruse
Julius Christ mit seinem Partner Sönke Kruse

Julius Christ mit seinem Partner Sönke Kruse

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Sebastian Kahnert / dpa

Julius Christ ist ein deutscher Ruderer. Bei den Olympischen Spielen wurde der 25-Jährige im Zweier ohne Steuermann eingesetzt, mit seinem Partner Sönke Kruse verpasste er den Finallauf. Wegen der Erkrankung von Schlagmann Mattes Schönherr rückte Christ am Donnerstag in den Deutschland-Achter. Mit dem Flaggschiff des Deutschen Ruderverbands (DRV) schaffte Christ den ersehnten Finaleinzug – international erlangte er jedoch wegen seines Namens Berühmtheit.

»J. Christ« prangt auf der Bauchbinde in den TV-Bildern bei der Vorstellung des Ruderers vor dem Start seiner Rennen im Zweier: Jesus Christ? Dieser Mann habe einen unfairen Vorteil auf dem Wasser, schrieb der australische Comedian Danny McGinley im Kurznachrichtendienst X. Andere scherzten, dass Christ das Boot doch gar nicht brauche. Kann er übers Wasser laufen?

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Der Schnappschuss blieb auch Christ nicht verborgen. »Das kriegt man natürlich mit und von allen möglichen Freunden geschickt. Ich fand es auch witzig, würde damit aber auch nicht weiter für mich werben«, sagte der Olympia-Debütant – und fügte hinzu: »Weil ein bisschen unangenehm ist es ja auch.«

Trainer weckt Christ mit der Achter-Nominierung

Viel wichtiger ist Christ der Erfolg mit dem Achter. «Mein Coach hat mich um 7.30 Uhr angerufen. Da lag ich noch im Bett», sagte er nach dem Rennen. »Dann habe ich meine Sachen gepackt, bin zur Strecke, habe mich kurz vorbereitet und dann ging es direkt los.« Zudem war er froh, dass er am Vorabend bei der Bronzefeier seiner Freundin Maren Völz aus dem Doppelvierer auf das eine oder andere Bier verzichtet hatte.

Nur wenige Stunden später trug der Nothelfer dazu bei, dass dem Achter ein peinliches Aus erspart blieb. Im Anschluss kam die Diskussion auf, auch das Finale mit dieser Besetzung zu bestreiten.

Doch mit solchen Überlegungen konnte sich Christ nicht anfreunden. Seinen Anteil am Erfolg wollte er nicht zu hoch bewerten. »Mit Mattes wäre das heute genauso passiert. Das war eine Teamleistung und ich habe ein Achtel dazu beigetragen«, sagte Christ, der einfach nur übers Wasser gefahren war.

krä/sid/dpa