BASKETBALL Renitenter Riese
Es ist ein beispielloser Poker um einen Spieler der Zukunft, und es zeigt, dass es in der amerikanischen Basketball-Liga NBA weniger um Sport, dafür umso mehr um Vermarktung geht. Der Chinese Yi Jianlian, offiziell für 19 Jahre alt erklärt und erst kürzlich von den Milwaukee Bucks bei der Draft ausgewählt, soll wie sein Landsmann Yao Ming in den USA zum Superstar aufgebaut werden - nach Ansicht seines Managers Dan Fegan jedoch nicht bei den Bucks. Fegan, ein knallharter Geschäftsmann, will einen Wechsel erzwingen: Der 2,11 Meter große Power Forward solle bei den Chicago Bulls oder den Golden State Warriors in Oakland spielen. In beiden Städten ist die asiatische Gemeinde bedeutend größer als in Milwaukee, wo nur rund 1200 Chinesen leben. Doch Milwaukee-Manager Larry Harris stellt sich stur: »Wir geben ihn nicht her.« Fegan droht im Gegenzug, Yi werde kein Spiel für die Bucks machen. Dann könne er kommenden Sommer erneut an der Draft teilnehmen. Rückendeckung erhält Fegan von Yis altem Verein. Die Guangdong Tigers haben bereits signalisiert, das Talent in die chinesische Liga zurückzuholen. Bucks-Besitzer Herb Kohl hat mittlerweile genug. Schriftlich bat er Yi um ein klärendes Gespräch. Kohl hofft »auf einen konstruktiven Dialog mit ihm, seiner Familie und seinen Beratern«.