10. Etappe: Ullrich resigniert - DER SPIEGEL
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10. Etappe Ullrich resigniert

Die Demonstration der Stärke von Vorjahressieger Lance Armstrong auf der 10. Etappe der Tour de France hat Spuren bei Jan Ullrich hinterlassen. Der Deutsche glaubt nicht mehr recht daran, dass er in diesem Jahr ums Gelbe Trikot mitfahren kann.
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Hautacam - "Wenn Armstrong in der Form von heute weiter fährt", begann Jan Ullrich sein spätes Fazit der 10. Etappe der 87. Tour de France, "dann ist gegen ihn kein Kraut mehr gewachsen". 3:19 Minuten hatte der Deutsche auf dem 205 Kilometer langen Abschnitt ins 1520 Meter hoch gelegenen Hautacam auf den neuen Führenden in der Gesamtwertung verloren. Und so wie Ullrich sich ausdrückte, konnte man den Eindruck gewinnen, dass ihn die Leistungsexplosion Armstrongs am letzten Anstieg ernsthaft daran zweifeln lässt, ob es jemanden anderem als dem Texaner in diesem Jahr gelingen wird, die Frankreich-Rundfahrt zu gewinnen.

Durch Teamsprecher Olaf Ludwig ließ Ullrich den Medienvertretern schließlich ausrichten: "Jeder, der das heute nicht als eine Art Vorentscheidung wertet, betreibt Augenwischerei. Ich habe schon immer gesagt, dass ein Podiumsplatz eine schöne Sache ist." Ähnliche Gedanken gingen auch Telekom-Teamchef Rudy Pevenage nach der einzigen Pyrenäenetappe der Tour 2000 durch den Kopf.

"Wenn Armstrong die Form hält, ist die Tour entschieden. Nur ein Ullrich von 1997 hätte heute mit ihm mitfahren können. Aber Jan ist noch nicht so weit", sagte der Belgier, der allerdings auch vor den Unwägbarkeiten der Rundfahrt warnte: "Bei seinem Tour-Sieg 1997 stand Ullrich auch über allen anderen und hätte mit dem Finger in der Nase weiterfahren könne, und dann bekam er kurz vor Schluss in den Vogesen noch Schwierigkeiten. Bei der Tour weiß man nie - das kann Armstrong auch passieren, zumal seine Mannschaft nicht so stark wie im Vorjahr scheint." Doch dem Vertrauen auf solcherleri Hoffnungen machte Telekom-Teamchef Walter Godefroot ein rasches Ende: "Im Prinzip steht der Toursieger dieses Jahres fest."

Nur ein Experte glaubt noch an die Siegchance für den Tour-Sieger von 1997. In seiner täglichen "Bild"-Kolumne macht Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping sich und allen anderen Ullrich-Fans Mut: "Bei vier Minuten Abstand auf Lance Armstrong ist für Jan die Tour noch nicht verloren."