100 Meter Greene bleibt das Nonplusultra
Edmonton - Die letzten 15 Meter wären für den großen Favoriten beinahe noch zum Kniefall geworden. Am Ende hatte der Olympiasieger und Weltrekordler in der Weltjahresbestzeit von 9,82 Sekunden gerade mal drei Hundertstel Vorsprung vor seinem Herausforderer Tim Montgomery. Bernard Williams als Dritter in 9,94 machte den Dreifach-Triumph für die USA komplett. "Das war das schnellste 100-Meter-Finale aller Zeiten", meinte Greene stolz.
Zu den Fehlstartern gehörte auch Montgomery. "Das hat mich ein bisschen gehemmt", meinte der Trainingspartner von Olympiasiegerin Marion Jones. Im Schlussteil wäre er jedoch beinahe noch an Greene herangekommen: Der 27-Jährige, seit Wochen durch eine Entzündung der Patellasehne gehandicapt, verzog sein Gesicht und begann kurz nach der Ziellinie zu humpeln. "Ich hätte mich eher umgebracht, als dass ich aufgegeben hätte", sagte der in Kansas City lebende Greene. Auch auf dem Weg zum Siegerpodest zog der alte und neue Weltmeister noch sein linkes Bein nach.
"Die 200 Meter werde ich nicht rennen", kündigte Greene an. Damit ist sein Traum, wie vor zwei Jahren in Sevilla das Triple zu schaffen, geplatzt. Offen ist, ob er über 4 x 100 Meter antritt: "Ich will mit meinem Ego nicht die Chancen der Staffel schmälern", gab sich der Goldmedaillengewinner ganz generös. Abgetreten ist derweil Donovan Bailey: Der kanadische Olympiasieger von Atlanta und frühere Weltrekordler schied vor heimischem Publikum im Halbfinale aus und beendete damit seine Karriere. Trotz eines Knorpelschadens im Knie hatte sich der 33-Jährige noch einen ordentlichen Abgang verschafft.