16. Etappe: Voigts bravouröser Ausritt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

16. Etappe Voigts bravouröser Ausritt

Die 16. Etappe der Tour de France war geprägt von einem gelungenen Fluchtversuch über 160 Kilometer einer siebenköpfigen Ausreißergruppe. Im Ziel war Jens Voigt der Schnellste und durfte seinen ersten Touretappensieg feiern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sarran - Jens Voigt hat die 16. Etappe der 88. Tour de France gewonnen und damit seinen ersten Etappensieg bei der Frankreichrundfahrt gefeiert. Auf dem Teilstück über 229,5 Kilometer von Castelsarrasin nach Sarran setzte sich der Berliner, der in der Nähe von Toulouse lebt, vor dem Australier Brad McGee durch und verbuchte den 50. Etappensieg eines Deutschen in der 98-jährigen Tour-Geschichte. Voigt und McGee hatten sich etwa 25 Kilometer vor dem Ziel von einer siebenköpfigen Ausreißergruppe, die sich bereits nach 60 Kilometern vom Hauptfeld abgesetzt hatte und zeitweilig über 25 Minuten Vorsprung herausfahren konnte, distanziert.

"Dies ist der Augenblick, auf den ich mein ganzes Leben lang hingearbeitet habe", gab sich Voigt überglücklich nach seiner Triumphfahrt. "Da vergisst man alles, die unzähligen Trainingsstunden, die Stürze, die ganzen Verletzungen. Das habe ich mir immer gewünscht." Voigt ließ McGee mit einer klugen Schlussattacke keine Chance und gewann mit fünf Sekunden Vorsprung. "Ich hatte gemerkt, dass McGee müde ist. Aber seit dem Theater von Armstrong in L'Alpe d'Huez weiß man ja nie. Ich musste trotzdem vorsichtig sein, falls er auch schauspielert. Ich bin sehr glücklich, jetzt kann ich das ganze Leben sagen: Ich habe eine Tour-Etappe gewonnen", so Voigt.

Überschattet wurde die Etappe von einem Massensturz, in den auch einige Team-Telekom-Fahrer verwickelt waren. Jens Heppner musste mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch aufgeben. Jan Ullrich, der ebenfalls zu den Sturzopfern zählte aber unverletzt blieb, kam zusammen mit Lance Armstrong im Peloton an. Bei der Sprintankunft des Hauptfeldes konnte Erik Zabel gegenüber Stuart O'Grady einen Punkt gutmachen.

Mehr lesen über