3. Runde: Langer voller Zuversicht - DER SPIEGEL
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3. Runde Langer voller Zuversicht

Beim ersten Major-Turnier des Jahres kann der einzige Deutsche im Spielerfeld, Bernhard Langer, bestens mithalten. In Führung vor der letzten Runde liegt Favorit Tiger Woods vor Phil Mickelson.
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Augusta - Auf dem Sprung in die Geschichtsbücher war Bernhard Langer selbst Tiger Woods einen Schritt voraus. 43-Jährige, der am Sonntag beim 65. US Masters in Augusta mit 210 Schlägen (73+69+68) als hervorragender 14. auf die Schlussrunde ging, überstand damit in der "Kathedrale des Golfs" zum 18. Mal in Folge den Cut. Nur Gary Player (1959-1982), Tom Watson (1975-1995) und Gene Littler (1961-1980) zeigten in dieser Kategorie größere Konstanz.

Derweil stand Woods dicht vor der Erfüllung seines Traums vom inoffiziellen "Grand Slam". Der hochgehandelte Topfavorit lag mit 204 Schlägen (70+66+68) an der Spitze eines dichten Verfolgerfeldes und wäre bei einem Sieg der erste Spieler, der gleichzeitig alle vier Major-Titel inne hätte. Als schärfste Verfolger gingen seine Landsleute Phil Mickelson (67+69+69=205), Mark Calcavecchia (72+66+68=206) und der lange Zeit führende Masters-Debütant Chris DiMarco (65+69+72=206) auf "Tigerjagd".

Zufriedener Langer


Gut gespielt, nach einem schwachen Start die Fans zurückgewonnen - da fiel es Bernhard Langer leicht, schon vor der Abschlussrunde sein Fazit zu ziehen. "Meine Leistung hier hat bewiesen, dass ich immer noch oben mitspielen kann. Dieser Auftritt gibt mir für die Zukunft Hoffnung." Apropos Hoffnung: trotz oder gerade wegen des beim Masters gezeigten Aufwärtstrends wollte sich das neueste Mitglied der "Golf Hall of Fame" nicht so ganz mit dem Platz in der erweiterten Spitzengruppe abfinden. "Wer weiß, was am Sonntag noch passiert. Bei meinem ersten Masters-Sieg im Jahre 1985 habe ich bei Halbzeit der Schlussrunde auch mit vier Schlägen hinten gelegen. Im Golf ist alles möglich."

Wie an den beiden ersten Spieltagen verdarb sich Langer am Samstag mit einem unnötigen "Spätstart" einen möglichen Platz in den Top Ten. Warum der Ball bis dahin an den ersten neun Löchern nur zweimal zum Birdie ins Loch fiel, er auf den zweiten Neun Kurses aber elfmal unter Par spielte, konnte sich allerdings auch der alte Masters-Fuchs nicht erklären. Langer war sogar zum Scherzen aufgelegt: "Wenn das so weiter geht, beantrage ich eine Sonderregelung, dass ich die hinteren Neun zweimal spielen darf."

Sache von Logik und Selbstvertrauen


Eine verständliche Idee, schließlich läuft Langer mit schöner Regelmäßigkeit spätestens am berüchtigten "Amen Corner" (Löcher 11, 12, 13) zur Höchstform auf. Am Samstag konnte ihn selbst ein gegen den Baum gehämmerter Abschlag nicht vom Birdie am Azaleenloch (13. Loch) abhalten - nach kurzer Beratung mit seinem Caddie Peter Coleman schickte er den Ball mit vollem Risiko und aus schier unmöglichem Winkel aufs Grün. Langers lapidare Erklärung: "Dieser Schlag ist mir in all den Jahren schon oft gelungen. Es ist alles nur eine Sache des Selbstvertrauens und der Logik."

Die sprach vor der Schlussrunde auch für Tiger Woods. 35 von 65 Mal hat der nach dem dritten Durchgang Führende das erste Major-Turnier des Jahres gewonnen, entsprechend selbstsicher geht der Weltranglistenerste in den finalen Showdown um das begehrte grüne Sieger-Jackett. "Natürlich können eine Handvoll Spieler das Turnier gewinnen, doch als Führender habe ich mein Schicksal selbst in der Hand." Mit seinem werbewirksamen Lausbubengrinsen fügte er hinzu: "Eins ist klar - wir werden alle eine Menge Spaß haben."

"Endlich Geschichte schreiben"


Der zweitplazierte Phil Mickelson, der am Sonntag im mit Spannung erwarteten Duell mit Woods auf die letzte Runde ging und im 30. Versuch seinen ersten Major-Titel gewinnen will, gab sich derweil zu Recht optimistisch. "Ich habe das Zeug zum Masters-Titel und brenne darauf, endlich Geschichte schreiben."

Dass er Woods die Tour vermasseln kann, konnte der Linkshänder bereits zweimal beweisen. Im Februar letzten Jahres beendete er beim "Buick Invitational" dessen Serie von sechs Siegen in Folge, ein halbes Jahr später gab ihm Mickelson bei der "Tour Championship" das Nachsehen, als Woods nach 19 Turnieren zum ersten Mal eine Führung nach drei Spieltagen verschenkte.