3000-Meter-Hindernis "Mir brummt der Kopf"
Sydney - Für Damian Kallabis war das Finale über 3000-Meter-Hindernis bei den Olympischen Spielen von Sydney bereits am ersten Hindernis zu Ende. Der Berliner stürzte nach 80 Metern ohne Fremdeinwirkung. "Ich hätte einfach aggressiver loslaufen sollen. Das Feld hat mir die Sicht versperrt. Ich habe das Hindernis zu spät gesehen - auf einmal war es da", erklärte der 27-Jährige hinterher enttäuscht, "mir brummt der Kopf, und ich habe mir die Schulter aufgekratzt. Es war mein eigener Fehler."
Obwohl die Chancen auf eine Medaille für den WM-Vierten nach dem Sturz auf Null gesunken waren, gab Kallabis nicht auf, sondern nahm das Rennen nach einigen Sekunden Pause wieder auf und lief es zu Ende. Während der Deutsche als letzter aller Endlauf-Teilnehmer die Ziellinie überquerte, freute sich Kenias Jung-Star Reuben Seroney im Ziel über Gold (8:21,43 Minuten), den fünften Olympiasieg Kenias in Folge über 3000-Meter-Hindernis. Dass er in einer wenig berauschenden Zeit Olympiasieger geworden war, störte den 21-Jährigen nicht. "Wenn ich mir diese Zeit anschaue, fasse ich mir an den Kopf, weil ich sehe, welche Möglichkeiten ich gehabt hätte", sagte Kallabis dessen Saisonbestleistung bei 8:14,53 Minuten liegt.
Der jüngere Bruder von Weltmeister Christopher Kosgei verwies nach einem taktischen Rennen mit extrem schneller Schlussrunde seinen Landsmann und Ex-Weltmeister Wilson Boit Kipketer (8:21,77) sowie den Marokkaner Ali Ezzine (8:22,15) auf die weiteren Medaillenplätze.