59 Schläge Golfer Mickelson durchbricht Schallmauer
Poipu Beach - "Es war unglaublich", stellte die Nummer eins der Golfweltrangliste Vijay Singh (Fidschi) beeindruckt fest, "ab dem zwölften Loch haben wir nur noch auf ihn geachtet." PGA-Champion Singh belegte beim "Grand Slam of Golf" - ein mit einer Millionen Dollar dotierten 36-Löcher-Event der vier Majorsieger - mit 132 Schlägen (66, 66) den zweiten Rang hinter Masters-Gewinner Mickelson (127 - 68, 59). Dritter wurde US-Open-Meister Retief Goosen aus Südafrika (133 - 65, 68) vor Open-Sieger Todd Hamilton (USA), der mit 145 (70, 75) Schlägen hinter den Erwartungen zurückblieb. "Phils Runde war ziemlich spektakulär", sagte Hamilton beeindruckt.
Mickelson, der mit dem Masters-Sieg im April endlich sein erstes Major-Turnier gewinnen konnte und in der Weltrangliste derzeit auf Platz vier geführt wird, hatte sich vor der Veranstaltung in Hawaii eine 14-tägige Wettkampfpause gegönnt, was ihm offensichtlich gut getan hat. Zuletzt war der Linkshänder aufgrund seiner schwachen Vorstellung beim Ryder Cup in Oakland Hills, wo die Amerikaner vom europäischen Team mit 18,5:9,5 klar geschlagen wurden, in den Medien heftig kritisiert worden.
Dem 34-Jährigen fehlte zunächst die passende Erklärung für seinen Coup: "Eigentlich habe ich den Ball heute gar nicht so gut getroffen. Aber ich bin einfach nur auf den Platz gegangen und habe mein Spiel kommen lassen. Irgendwie hat der Ball dann den Weg ins Loch gefunden." Obwohl Mickelsons Abschläge keineswegs überzeugend waren und oft im Rough, Bunker oder in den Zuschauertribünen landeten, liefen seine Putts über das Grün, als wären sie wie von Zauberhänden geführt. Bei seiner bogeyfreien Runde, die mit elf Birdies und einem Eagle garniert wurde, benötigte er lediglich 24 Putts.
"Habe jede Linie gesehen"
"Sobald ich auf dem Grün war, konnte ich plötzlich jede Linie erkennen und den Ball problemlos ins Loch schieben", wunderte sich Mickelson anschließend, "normalerweise passiert mir das auf Grüns, die aus Bermuda Gras bestehen, nie." Auf dem 18. Loch hatte er sogar eine Chance zu einem weiteren Eagle, doch der Putt aus drei Metern lief knapp um das Loch herum. Mickelsons bislang beste Runde in seiner Karriere gelang ihm bei der 2001 Greater Hartford Open mit 61 Schlägen. Sein bestes Saisonresultat 2004 war eine 63er-Runde bei der Bob Hope Chrysler Classic.
Mickelson ist erst der sechste Golfprofi, der eine 59er-Runde spielen konnte, dennoch wird sein Ergebnis keinen Platz in den Statistiken der US-PGA-Tour finden, da der Grand Slam of Golf nicht als offizieller Wettbewerb geführt wird. Al Geiberger (1977), Chip Beck (1991) und David Duval (1999) waren die einzigen Spieler, denen dieses Kunststück bei einem PGA-Turnier gelang. Die Schwedin Annika Sörenstam war 2001 die erste Frau, die bei einem LPGA-Turnier eine 59er-Runde spielte. Der Japaner Shigeki Maruyama ist der einzige Profi, der für 18 Löcher lediglich 58 Schläge benötigte - bei der Qualifikation zur US Open im Jahr 2000.
Die beste Rundenresultat auf der European Tour wird mit 60 Schlägen geführt. Insgesamt zehn Spielern gelang diese Leistung, darunter sind mit Bernhard Langer und Tobias Dier auch zwei Deutsche in den Rekordbüchern geführt.