800 Meter Sensation durch Nils Schumann
Sydney - Nils Schumann ist die größte Überraschung in der deutschen Olympia-Mannschaft gelungen. Der Europameister feierte am Mittwoch in Sydney als erster Deutscher einen Olympiasieg über 800 m und sicherte sich zugleich die 200. Goldmedaille der XXVII. Olympischen Spiele. Der 22-jährige Thüringer kämpfte nach einer taktischen Meisterleistung in 1:45,08 Minuten Weltrekordler Wilson Kipketer aus Dänemark (1:45,14) und den Algerier Djabir Said-Guerni (1:45,16) nieder.
Mit dem Triumph hat sich die kluge Vorbereitung von Schumann ausgezahlt. Er hatte zuletzt auf gute Startgelder bei den internationalen Meetings verzichtet und sich ganz auf den olympischen Wettkampf konzentriert. "Ich kann jedes Tempo mitgehen und jeden schlagen", hatte der in Bad Frankenhausen geborene und für den SV Creaton Großengottern startende Athlet aus Thüringen schon nach den Vorläufen erklärt.
Der legitime Nachfolger des großen Rudolf Harbig verfehlte in Sydney nur ein Ziel: Er wollte auch den 17 Jahre alten deutschen Rekord von Willi Wülbeck (1:43,65) unterbieten. Im Halbfinale hatte er mit 1:44,22 Minuten eine persönliche Bestzeit aufgestellt.