Interview mit Sven Teutenberg "Für Sprinter zählt nur der Sieg"
SPIEGEL ONLINE:
Herr Teutenberg, was wiegt schwerer: die Freude über Platz zwei in der Gesamtwertung oder die Enttäuschung über den knapp verpassten Etappensieg in Bad Neustadt?
Sven Teutenberg: Es ist sehr schade, dass ich fünf Meter vor der Ziellinie noch überrollt wurde. Für uns Sprinter zählt nur der Sieg. Deshalb überwiegt die Enttäuschung.
SPIEGEL ONLINE: Trauen Sie sich zu, Erik Zabel demnächst zu besiegen?
Teutenberg: Es ist möglich, Zabel zu besiegen. In Bad Neustadt war es sehr knapp. Leider hatte ich zum Schluss den falschen Gang gewählt. Dadurch konnte ich nur anderthalb statt drei Meter Vorsprung rausfahren.
SPIEGEL ONLINE: Schielen Sie auf den Gesamtsieg?
Teutenberg: Das wäre vermessen. Das Einzelzeitfahren am Samstag ist fast 30 Kilometer lang. Und am Sonntag steht noch eine sehr schwere Bergetappe an.
SPIEGEL ONLINE: Wie lebt es sich als Nachfolger Ihres Teamkollegen Marcel Wüst bei Festina?
Teutenberg: Mit Steffen Radochla, Andre Korff und mir haben wir drei schnelle Leute, die gut zusammen arbeiten. Es ist schwer, an Marcels Erfolgen gemessen zu werden. Ursprünglich bin ich zu Festina zu gekommen, um gemeinsam mit ihm noch mehr Erfolge zu feiern. Jetzt versuche ich, die Lücke, die durch seine Verletzung entstanden ist, zu stopfen. Doch man sollte uns nicht vergleichen. Denn in den letzten Jahren bin ich auf Grund taktischer Vorgaben gar nicht so viel gesprintet.
SPIEGEL ONLINE: Werden Sie im Juli Ihr Debüt bei der Tour de France geben?
Teutenberg: Ich komme gerade aus einem Teammeeting mit unserem Sportlichen Leiter Juan Martin Fernandez. Meine Chancen, erstmals bei der Tour dabei zu sein, stehen ziemlich gut.
SPIEGEL ONLINE: Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Teutenberg: Wenn ich für die Tour de France nominiert werden sollte, dann will ich nicht nur teilnehmen, sondern auch eine Etappe gewinnen. Als Sprinter muss man sich konkrete Ziele stecken und sich an den ersten zehn Tagen in Szene setzen.