1. Tour-Etappe McEwen stürzt und gewinnt dennoch
Canterbury - McEwen, der 18 Kilometer vor dem Ziel nach einem Sturz noch 18 Sekunden Rückstand hatte, ließ der Konkurrenz - darunter Erik Zabel - nach 203 Kilometern keine Chance. Zweiter im Zielort Canterbury wurde der Norweger Thor Hushovd (Credit Agricole) vor Belgiens Ex-Weltmeister Tom Boonen (Quickstep). Lotto-Kapitän McEwen zog durch seinen zwölften Etappensieg bei der Tour mit Milram-Kapitän Zabel gleich. Der 37-Jährige wurde in Canterbury nur 13.
Robert Förster landete auf dem sechsten Platz, zwei Ränge hinter dem Gerolsteiner-Profi kam der T-Mobile-Rivale Marcus Burghardt an. "Das war nicht schlecht für den Anfang", sagte Burghardt, und auch Förster zog eine positive Bilanz: "Dafür, dass ich bei Rundfahrten normalerweise langsam starte, bin ich mit dem sechsten Platz zufrieden." Nur Zabel hatte etwas mehr erwartet: "Wir haben auf den Zug von Boonen gewartet, aber der kam leider nicht."
Das Gelbe Trikot des Spitzenreiters im Gesamtklassement verteidigte der Schweizer Prologsieger Fabian Cancellara durch einen Platz im Hauptfeld mit 13 Sekunden Vorsprung vor Astana-Profi Andreas Klöden erfolgreich. Erster "Berg-König" nach drei Prüfungen der vierten Kategorie ist der Schotte David Millar.
Der Schotte setzte sich zehn Kilometer nach dem Start am Nullmeridian im Londoner Stadtteil Greenwich mit Milram-Nachrücker Andrej Griwko (Ukraine) am Hinterrad vom Peloton ab und fuhr rund 150 Kilometer an der Spitze des Feldes. Erst 45 Kilometer vor dem Ziel wurde der Saunier-Profi wieder eingefangen.
Von morgen an ist die Tour erstmals in diesem Jahr in Frankreich unterwegs. Die Rückkehr aus England in die Heimat währt allerdings nicht lange, denn schon 20 Kilometer nach dem Start im Seebad Dünkirchen stattet die Tour-Karawane dem Nachbarland Belgien einen Besuch ab. Dünkirchen ist Ausgangspunkt der völlig flachen zweiten Etappe, auf der es auf den 168,5 Kilometern bis zum Ziel in Gent keine Bergprüfungen gibt.
pav/sid