Absage: Russland hadert mit Kurnikowa - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Absage Russland hadert mit Kurnikowa

Die russischen Medien haben mit Ärger und Spott auf die Olympia-Absage der besten Tennisspielerin ihres Landes reagiert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Moskau - "Kurnikowa schon im Voraus müde", schrieb die Moskauer Zeitung "Kommersant" am Mittwoch über die populäre Blondine, und die Internet-Zeitung "Gaseta.ru" titelte: "Kurnikowa beleidigt Russland".

Das Tennisturnier in Sydney passe nicht in ihren Spielplan, weil es zu dicht auf die US Open folge, hatte die 19-Jährige ihre Absage begründet. Ähnlich hatten auch die Schweizerin Martina Hingis und der US-Amerikaner Pete Sampras argumentiert. Beide werden nicht in Sydney antreten.

Alle russischen Medien verwiesen darauf, dass die in den USA lebende Kurnikowa in den letzten Jahren mehrfach Auftritte mit der russischen Nationalmannschaft abgesagt habe. Bei ihrem letzten Einsatz im Fedcup im April verlor sie sechs von sieben Sätzen und wurde von den russischen Fans ausgepfiffen.

Das russische Tennis-Frauenteam in Sydney besteht nach Verbandsangaben aus Jelena Lichowtsewa, Jelena Dementjewa, Nadeschda Petrowa und Anastasja Myskina. Bei den Herren treten Jewgeni Kafelnikow und Marat Safin im Einzel wie im Doppel an. Kurnikowas Absage sei bedauerlich, sagte der Vizepräsident des russischen Tennisverbandes, Alexej Seliwanko. "Aber es bleibt uns nichts anderes übrig, als die Lage zu akzeptieren, wie sie ist."