Achilles' Ferse Ab auf's Rad!
Radprofis bei der Tour de France: Herz- und Kreislaufsystem wunderbar trainieren
Foto: Laurent Cipriani/ AP
Hallo zusammen,
kurze Frage: Wie lange hält die Dämpfung in Laufschuhen, die kaum benutzt wurden? Kann ich sie nach zwei, drei Jahren "Stehzeit" wieder in Gebrauch nehmen, oder hat die Dämpfung dann Schaden genommen?
Vielen Dank für die Antwort, Barbara Vogelsang
Liebe Barbara,
wir gehen mal davon aus, dass nur die Schuhe standen, du aber nicht darin. Grundsätzlich sagt die Schuh-Branche, dass die Dämpfung kurz nach Verlassen des Fachgeschäfts praktisch verschwunden ist, während die Marquardts dieser Welt sagen, dass
Dämpfung ohnehin überbewertet wird . Weil früher alles besser war, auch mehr Lametta, darf man davon ausgehen, dass der Verschleiß heute schneller erfolgt.
Air Achim
Hallo Barbara,
dein Schuh wird durchs Lagern definitiv nicht besser. Anders als bei Rotweinen gilt das auch für die teuren Exemplare. Grund: Die Weichmacher im Sohlenmaterial verflüchtigen sich. Nach zwei Jahren kannst du mit den Dingern aber bestimmt noch laufen, wenn sie vorher kaum benutzt wurden. Meist sind die Schuhe ohnehin mehr als weich genug.
Viel Spaß beim Training sagt, Dr. Run
Liebe Barbara,
warst du so lange nicht laufen? Oder bist du jetzt erst in die besten Laufschuhe der Welt reingewachsen, die so lange im Regal standen? Die verschiedenen Bestandteile der Laufsohle verlieren ganz sicher im Laufe der Zeit ihre Funktionalität. Die Materialien verändern ihre Eigenschaften. Schau dir den Schuh genau an - nach Farbe, Biegsamkeit und teste ihn. Vertraue auf dein Gefühl und du wirst merken, ob er dich noch eine Weile trägt.
Alles Gute beim Wiedereinstieg, Jens Karraß
Lieber Herr Marquardt, hallo Achim,
ich habe ein Problem, dass mir seit Monaten die Freude am Sport nimmt und mich fürchten lässt, das Laufen vielleicht sogar ganz aufgeben zu müssen. Nach rund einer halben Stunde Training habe ich Schmerzen, als würde jemand von Außen einen Nagel in mein Knie schlagen. Es ist wirklich schrecklich und ich kann es mir nicht erklären. Bei Läufen von weniger als 30 Minuten Dauer bleibe ich meist beschwerdefrei. Ich bin 1,80 Meter groß und normalgewichtig. Was raten Sie mir? Muss ich mit dem Laufen aufhören?
Grüße, Karlo
Lieber Karlo,
jetzt mal ohne Quatsch: einfach auf Fünf-Kilometer-Wettkämpfe spezialisieren und häufiger, dafür kürzer trainieren. Bleibt auch mehr Zeit fürs Belohnungsbier.
Prost, Achim
Lieber Karlo,
so schnell geben wir nicht auf. Deine Beschwerden klingen nach einem Tractus-Syndrom. Das kommt so oft vor, dass es auch "Läuferknie" genannt wird. Mach erstmal Pause und kühle die schmerzende Partie. Voltaren-Salbe wird auch Gutes bewirken. Die Frage bleibt: Was ist die Ursache? Hast du die Umfänge für einen Wettkampf zu schnell gesteigert? Ist der Tractus (flacher Sehnenfaserstrang) zu kurz? Hast du ein ausgeprägtes X- oder O-Bein? Trägst du den falschen Schuh? Das, lieber Karlo, kann man natürlich nur in einer differenzierten Untersuchung herausfinden. Die wirst du bestimmt brauchen, denn leider neigt das Tractus-Syndrom zur Hartnäckigkeit. Also, nimm den Kampf auf!
Grüße sendet dir Dr. Matthias Marquardt
Hallo Achim,
verletzungsbedingt muss ich läuferisch seit Anfang April absolute Nulldiät halten. Radfahren geht aber. Nun will ich mein Ziel nicht völlig aufgeben, dieses Jahr im Herbst meinen ersten Marathon in Frankfurt zu laufen. Meine Hoffnung ist, dass ich im Laufe des Sommers auch wieder laufen kann. Bis dahin möchte ich natürlich meine Form, innerlich und äußerlich, nicht völlig verlieren. Meine Frage deshalb: Ist es möglich, mit Radtraining die Form zu halten oder aufzubauen, so dass es für den Marathon reicht? Wenn ja, wie? Wie kann ich Lauftraining mit Radtraining simulieren?
Gruß aus dem Schwarzwald, Uli Schäfer
Hallo Uli,
Tour-de-France-Radler brauchen für den Marathon weniger als drei Stunden. Ausdauer scheint also ein Kriterium zu sein. Aber die spezifischen Belastungen durch den Aufprall kann man kaum simulieren. Oder, Coach?
Achim Armstrong
Hallo Uli,
ja, mit Radfahren kannst du dich sehr gut fit halten. Das Herz- und Kreislaufsystem sowie die Muskeln kannst du wunderbar trainieren. Man sagt, dass eine Stunde Radfahren (zügig) mit zehn Kilometer Laufen gleichzusetzen ist. Du kannst zwei Formen des Ausdauertrainings simulieren: Den langen Ausdauerblock, wenn du 90 Minuten und länger Rad fährst sowie das Tempotraining, das du so gestalten kannst wie auch beim Laufen: 20 Minuten einfahren, dann Intervalle - zehn Mal zwei Minuten bis drei Minuten voll mit Kraft und mehr Trittfrequenz. Als Pause rollst du locker zwei Minuten zwischen den Intervallen. Auf die Weise bleibst du sehr aktiv. Wenn der Umstieg vom Rad aufs Laufen kommt, wirst du merken, dass du nicht bei Null anfängst.
Alles Gute für dich, Jens Karraß.
Träumst du davon, auch mal Deutscher Meister zu werden? Die neue Achilles Läufer-Liste macht's möglich! Einfach mal ausprobieren .