Achilles' Ferse Der Berg lügt nicht
Fitness-Indikator Berglauf: Faule Läufer werden enttarnt
Foto: A3446 Patrick Seeger/ dpa
Lieber Achim,
seit zehn Jahren laufe ich regelmäßig mindestens dreimal die Woche zehn Kilometer. Ab und an bin ich auch mal bei einem Volkslauf anzutreffen. Was mir dabei immer wieder auffällt: Auf flacher Strecke bin ich im Vergleich zu den anderen Läufern immer recht schnell und habe bis zum Ende keine Probleme. Sobald aber eine kleine Steigung oder schlimmer, ein richtiger Berg kommt, hängen mich die anderen locker ab. Woran liegt das? An meiner Körpergröße (1,60 Meter)? Oder müsste ich gezielt Training am Berg absolvieren? Was kann ich tun, um auch bei hügeligen Zehn-Kilometer-Läufen ganz vorne mitzurennen?
Sportliche Grüsse, Simone
Liebe Simone,
Sei froh. Mir geht es auch im Flachen so, manchmal sogar bergab.
Solidarischen Gruß von Achim
Hallo Simone,
generell ist es so, dass derjenige, der eine geringere Fitness hat, am Berg gnadenlos eingehen wird. Es ist ein wunderbarer Gradmesser der Ausdauerqualität in einer Trainingsgruppe. Schickt man die Läufer zu Trainingszwecken an einen mittleren Berg, lässt sie immer 1,5 Kilometer hoch- und wieder runterlaufen, wird dem Trainer nach 20 bis 30 Minuten sofort klar, wer sein Training in den letzten Wochen ohne Kontrolle fleißig geleistet hat. Was bei flachen Läufen oder bei kürzeren Tempoläufen nicht auffallen würde, kommt am Bergdauerlauf-Tag überdeutlich ans Licht. Bei gleichstarken Läufern kommen bei einem solchen Klassenunterschied, wie du ihn schilderst, Bergtalent, bessere Kraftwerte in der Muskulatur und bessere Lauftechnik ins Spiel. Alle drei Komponenten kann man mit gezieltem Berglauftraining verbessern. Mein Rat: Arbeite an deiner generellen Ausdauerfähigkeit, aber dann auch gezielt mit
Bergläufen an deiner speziellen Kraftentwicklung.
Viel gutes Training für dich wünscht Klemmbrett-Karraß
Liebes Achilles-Team,
nachdem ich mich jetzt vier Monate mit Problemen im linken Knie geplagt habe und nach einigen Besuchen bei Ärzten und Osteopathen auch nicht schlauer wurde, bekam ich gestern eine plausibel klingende Diagnose von einem Knie-Spezialisten: Plica-Shelf-Syndrom. Derselbe Arzt riet mir, die Sache gleich operieren zu lassen (von ihm selbst). Es sei kein großes Ding. Nach einiger Recherche im Internet bin ich da aber skeptisch bis sehr verunsichert. Einerseits kann ich im jetzigen Zustand nicht mal an Sport denken, andererseits kann so eine OP scheinbar alles noch schlimmer machen. Was soll ich nur tun?
Viele Grüße, Mathias
Lieber Mathias,
ein Plica-Shelf-Syndrom lässt sich normalerweise mittels eines MRT des Kniegelenks darstellen. Wenn es mein Knie wäre, würde ich bei einer unklaren Diagnose auf ein MRT bestehen. Die Frage ist und bleibt aber auch bei unklarer Diagnose am Ende die Gleiche: Du hast Schmerzen seit vier Monaten, die offensichtlich nicht besser werden. Selbst wenn die Bilder keine durchschlagende Diagnose ergeben, würde ich irgendwann empfehlen, eine Arthroskopie des Knies machen zu lassen.
Beste Grüße, Dirk Pajonk
Lieber Mathias,
Ärzte, die direkt ihre eigene OP verkaufen wollen sind so seriös wie Autoren, die ihre eignen Bücher anpreisen. Hast Du eigentlich schon den neuen "Lauf-Gourmet"
von Achilles ?
Besten Gruß von Achim
Hallo Dr. Pajonk,
ich (49, 87 Kilogramm, 188 Zentimeter) laufe seit knapp 15 Jahren, aufgrund eines Knorpelschadens im linken Knie nicht mehr Marathonstrecken, sondern nur noch zweimal in der Woche 11,5 Kilometer. Seit einer Woche habe ich rechts im Fußgewölbe einen heftigen Schmerz, der beim Abrollen des Fußes auftritt. Es fühlt sich an, als ob ich jedes Mal an dieser Stelle auf einen Nagel treten würde. Nach einigen Tagen klingt der Schmerz ab, um dann erneut nach einigen Laufkilometern wieder aufzutreten. Das Fußgewölbe weist keinerlei Auffälligkeiten auf, bis auf die Tatsache, dass ich Plattfüße habe. Hatte diese Schmerzen schon einmal im ersten Halbjahr 2009, jedoch nicht in dieser Intensität. Habe die Schuhe gewechselt und dann war Ruhe bis vor einer Woche. Ich trage orthopädische Einlagen in den Schuhen. Was raten Sie mir an, sofern denn eine Ferndiagnostik möglich ist?
Vielen Dank für die Antwort, Ralf Heyden
Lieber Ralf,
ich empfehle Ihnen, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Bei den angegebenen Schmerzen kann es sich um einen Fersensporn handeln, den man gezielt therapieren muss, etwa mittels einer Stoßwellentherapie.
Beste Grüße, Dirk Pajonk